Der Prozess gegen den Ingenieurstudent Filippo Turetta (22), der des Mordes an seiner Ex-Freundin Giulia Cecchettin (21) beschuldigt wird, ist am heutigen Freitag in die entscheidende Phase getreten. Der seit dem Mord im November 2023 in der Strafanstalt von Verona inhaftierte Turetta erschien erstmals vor dem Schwurgericht von Venedig, vor dem der Mordprozess seit September läuft. <BR /><BR />Anwesend war auch Cecchettins Vater Gino. Vor den Richtern gestand Turetta, dass er den Mord an seiner Studienkollegin geplant hatte. <h3> „Ich war wütend auf sie“</h3>„Ich wollte sie entführen und töten und mir dann das Leben nehmen. Ich habe eine sehr schwierige Zeit durchgemacht, ich wollte wieder mit ihr zusammen sein. Ich war wütend auf sie“, berichtete Turetta vor Gericht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088517_image" /></div> <BR /><BR />Der Student gestand, er habe „eine Reihe von Lügen“ erzählt, als er bei seinem ersten Verhör vor Staatsanwalt Andrea Petroni die vorsätzliche Tötung Giulias bestritten hatte. Er gab zu, dass er einige Tage vor dem Mord eine Liste erstellt hatte, auf der unter anderem stand, dass er mit einer Geldautomatenkarte Bargeld abheben und diese dann wegwerfen würde, um seine Spuren zu verwischen, und dass er im Internet gesucht hatte, wie er verhindern konnte, dass sein Auto bei seiner Flucht entdeckt wurde.<h3> 75 Mal auf Ex-Freundin eingestochen</h3> Turetta gab zu, Cecchettin am 11. November 2023 auf einem Parkplatz in Fossò in der Nähe von Venedig erstochen zu haben, wenige Tage bevor sie ihren Abschluss in Biomedizintechnik an der Universität Padua machen sollte. Die Staatsanwaltschaft berichtete, dass Turetta, der denselben Kurs wie Cecchettin belegte, 75 Mal auf sie eingestochen hat. <BR /><BR />Der Student wurde nach 8 Tagen Flucht durch Südtirol, Österreich und Bayern an einer Autobahn-Raststätte an der A9 nahe Leipzig festgenommen. Giulias Leiche wurde in einer Schlucht nahe eines Sees in der friaulischen Provinz Pordenone entdeckt. <h3> Turetta droht lebenslange Haft</h3> Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht Turetta lebenslange Haft. Während seines Geständnisses vor Gericht brach er in Tränen aus. Er richtete nie den Blick auf Cecchettins Vater. Der Anwalt der Familie Cecchettin, Nicodemo Gentile, bezeichnete den Angeklagten als „Mann ohne Gefühle“. Er habe Giulia getötet, weil diese nicht mehr die Beziehung zu ihm aufnehmen wollte.<BR /><BR />Der Fall hat breite gesellschaftliche Diskussionen über Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Nach dem Mord kam es zu mehreren Demonstrationen, um mehr Schutz für Frauen zu verlangen.