Dienstag, 04. Juni 2019

Gesundheitswesen: Abweichung vom Proporz

Um Dienste garantieren zu können, hat die Landesregierung am Dienstag die Abweichung vom Sprachgruppenproporz für 88 Stellen im Südtiroler Sanitätsbetrieb genehmigt.

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb werden 88 Stellen vom Proporz abweichend besetzt.
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Im Südtiroler Sanitätsbetrieb werden 88 Stellen vom Proporz abweichend besetzt. - Foto: © shutterstock

Der Entscheidung der Landesregierung voraus ging ein Schreiben des Generaldirektors des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Darin wird festgehalten, dass eine faktische Notwendigkeit besteht, nachdem sowohl im Bereich des ärztlichen, aber auch des pflegenden und technischen Personals weiterhin ein akuter Personalmangel herrscht.

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann hat daher die Landesregierung um eine Ermächtigung zur Abweichung vom Sprachgruppenproporz ersucht. „Besser als keinen Arzt zu haben ist es, die offenen Stellen in Abweichung vom Proporz zu besetzen", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

88 befristete und unbefristete Vollzeitstellen

Die Landesregierung hat darum in ihrer Sitzung am Dienstag entschieden, 88 befristete und unbefristete Vollzeitstellen im Gesundheitsbereich von der Proporzregelung auszunehmen. Dies heißt, dass die offenen Stellen mit geeigneten Kandidaten der italienischen Sprachgruppe besetzt werden können, nachdem sich keine beziehungsweise nicht genügend deutsch- oder ladinischsprachigen Bewerber in den entsprechenden Rangordnungen finden.

„Die Abweichung betrifft 88 von insgesamt 5500 im Plansoll vorgesehenen Stellen der entsprechenden Proporzgruppen. Die Verpflichtung bleibt aber weiterhin aufrecht, die Verhältnismäßigkeit zwischen den Sprachgruppen wiederherzustellen, sobald die entsprechenden Bewerber gefunden wurden", hob der Landeshauptmann am Dienstag hervor.

Die Aufteilung im Detail

Im Detail handelt es sich dabei um 20 Stellen für Ärzte oder sanitäre Leiter, 50 Stellen für Krankenpflegekräfte, 2 für Tierärzte, 3 Stellen für Kinderkrankenpfleger, 5 Stellen für medizinisch-röntgentechnische Assistenten, 6 Stellen für biomedizinische Labortechniker, eine Stelle für Techniker für Herzkreislaufphysiopatologie und Herzkreislaufperfusion sowie eine Stelle in der Sanitätsassistenz.

 stol/lpa

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