<b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Die „Bayesian“ verfügte über einen mit 72 Metern außergewöhnlich hohen und 40 Tonnen schweren Aluminiummast. „Technische Unterlagen zeigen, dass die 'Bayesian' bei einem Sturm leicht hätte umkippen können und hierauf gesunken wäre“, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf Experten. Andere „schwerwiegende Schwachstellen“ hätten zur Katastrophe beigetragen, darunter zwei große Glastüren, durch die bei starkem Wind und Wellengang gefährliche Wassermassen in das Boot hätten eindringen können.<h3> „Die Bayesian erfüllte voll und ganz die Stabilitätskriterien“</h3>Giovanni Costantino, CEO der „Italian Sea Group“ (TISG), deren Reederei Perini die „Bayesian“ 2008 gebaut hat, wehrt sich gegen diese These heftig und verklagt die „New York Times“ wegen Rufschädigung. Auf dem Spiel sei der Name von „Perini Navi“, einer Werft, die „ein Emblem technologischer Perfektion“ sei. „Die Bayesian erfüllte voll und ganz die Stabilitätskriterien, die von den Seebehörden für Segeljachten festgelegt wurden“, heißt es in der Anklageschrift. Die „Bayesian“ sei von einem der berühmtesten Schiffsarchitekten der Welt, Ron Holland, entworfen worden, während die „New York Times“ keinen einzigen Namen von Designern zitiere, die die Schwächen der Jacht belegen könnten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093974_image" /></div> <BR /><BR />Was die Türen des Schiffes angeht, betonte das italienische Unternehmen, dass die Türen wasserdicht gewesen seien. „Man kann in keiner Weise von einem Konstruktionsfehler oder eine Schwachstelle sprechen, wenn die Türen korrekt bedient werden. Wir sind uns sicher, dass die Bayesian bei rechtmäßigem Betrieb unsinkbar ist. Unser Unternehmen ist überzeugt, dass die italienischen Ermittler, die den Fall untersuchen, die Gründe für das Eindringen von Wasser in das Schiff klären werden“, hieß es in der Klage, die unserer Redaktion vorliegt. <h3> 7 Menschen sterben</h3>Die „Bayesian“ sank während eines schweren, plötzlichen Unwetters vor dem Hafen von Porticello in der Nähe von Palermo, der Hauptstadt Siziliens. Das Schiff befand sich im Besitz der auf der Isle of Man ansässigen Gesellschaft Revtom Limited, die wiederum im Besitz von Angela Bacares, der Witwe des britischen Milliardärs Mike Lynch, steht. Lynch und seine 18-jährige Tochter Hannah kamen beim Schiffsunglück zusammen mit weiteren fünf Menschen ums Leben. Bacares konnte sich retten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093977_image" /></div>