Dienstag, 14. Juli 2015

Gewässerschutz: Energieverband „keinesfalls einverstanden“

Südtirol zählt 4800 öffentliche Fließgewässer. An 207 davon können, so sieht es der neue Gewässerschutzplan vor, theoretisch neue E-Werke errichtet werden. Dem Südtiroler Energieverband reicht das nicht.

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Foto: © shutterstock

Am Dienstag hat die Landesregierung den neuen Gewässerschutzplan gutgeheißen. Der SEV reagiert darauf mit harscher Kritik: „Wesentliche Empfehlungen“ der Expertenrunde seien nicht berücksichtigt worden. Man könne deshalb mit dieser Entscheidung „keinesfalls einverstanden“ sein.

Die Kritikpunkte

Der SEV stößt sich vor allem an zwei Dingen: Zum einen klammert der Plan den Großteil der Gewässer vor vornhinein von einer hydroelektrischen Nutzung durch Kraftwerke aus. Denn: Bei Gewässern mit einem Einzugsgebiet unter sechs Kilometern schreibt das Land eine durchschnittliche Mindestrestwassermenge von 50 Litern pro Sekunde vor. Der Expertentisch Energie hatte sich hingegen mehrheitlich für den Grenzwert von 40 Litern ausgesprochen.

Zum anderen sollen Gewässer, deren unverbaute Fließstrecken weniger als 50 Prozent des Gesamtverlaufes betragen, in Zukunft ebenfalls von der hydroelektrischen Nutzung ausgeschlossen werden. Die Expertenrunde Energie hatte sich, laut SEV, mehrheitlich dafür ausgesprochen, auf diesen Grenzwert ganz zu verzichten.

stol

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