Die Formen der Misshandlung sind unterschiedlich. Am weitesten verbreitet ist psychische Gewalt – sie steht meist in Verbindung mit anderen Arten von Übergriffen. Von den Frauen, die sich 2023 an eine Beratungsstelle gewendet haben, erlitten 88 Prozent psychische Gewalt und 63 Prozent körperliche Gewalt. Rund ein Viertel der Hilfe suchenden Frauen war sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Im Vergleich zu 2022 hat die wirtschaftliche Gewalt abgenommen, das Stalking bleibt konstant.<BR /><BR />Von den Frauen, die Rat bei einer Beratungsstelle gesucht haben, sind über die Hälfte zwischen 30 und 49 Jahren alt. Der Anteil der sehr jungen Frauen bis 19 Jahren beträgt 3 Prozent und ist im Vergleich zu 2022 gesunken. In den Beratungsstellen für Frauen in Gewaltsituationen werden hauptsächlich italienische Staatsbürgerinnen (64 Prozent) betreut – in den geschützten Einrichtungen hingegen Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft (61 Prozent).<h3> Partner ist oft der Täter</h3>Erschreckend ist, dass die Gewalttäter in den meisten Fällen Personen sind, mit denen die Frau emotional verbunden ist: In 57 Prozent der Fälle handelt es sich beim Täter um den Partner, in 25 Prozent um den Ex-Partner.<BR /><BR /> Die Frauen, die ihr Zuhause verlassen müssen, um der Gewalt zu entgehen, können in einer der 5 geschützten Wohneinrichtungen Südtirols Zuflucht finden. Im Vorjahr haben die geschützten Wohneinrichtungen und Hotels, die aufgrund mangelnder Plätze genutzt wurden, 100 Frauen in akuten Notsituationen beherbergt. Auch die geplanten Aufnahmen waren 2023 höher als im Jahr zuvor: 60 Frauen gegenüber 55. Dieselbe Tendenz spiegelt sich auch bei den aufgenommenen Minderjährigen wider: Die Aufnahmen im Notfall lagen bei 83, die geplanten bei 69 – beide Werte höher als jene 2022.