Dennoch stand auch bei der gestrigen Presskonferenz der traurige Blick auf die Anzahl der Frauenmorde (staatsweit heuer bislang 43) und die Statistiken der Südtiroler Beratungsstellen und Frauenhäuser am Beginn (siehe Grafik). <BR /><BR /><b><i>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</i></b><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="289016" data-topic="interests-properties-sp" data-autoplay></div></div> <BR /><BR />Und die zeigen: Immer mehr Frauen in Südtirol benötigen Schutz vor gewalttätigen Partnern. 760 Frauen haben sich demnach im Jahr 2023 an eine Beratungsstelle gewendet, weil sie einer Gewaltsituation entkommen wollen. Dies sind rund 160 Frauen mehr als noch im Jahr 2022.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1098225_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Die Zahlen seien ein Abbild „einer traurigen Realität alarmierenden Ausmaßes“, sagte Landesrätin Pamer und betonte: „Jede Frau und jedes Kind hat das Recht auf ein Leben in Sicherheit und Würde, ohne Gewalt und ohne Angst“. Sie stellte klar: „Wegschauen ist keine Option“. Und genau das ist das Motto der Südtiroler Netzwerkpartner gegen Gewalt an Frauen für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: „Südtirol schaut hin“. Und zwar gezielt auf die – oft versteckte – Gewalt vor der physischen. Denn wie bei einem Eisberg seien Frauenmorde und Misshandlungen sichtbar, der größere Teil des Problems aber verborgen. <BR /><BR />Zwischen dem 26. November und dem 10. Dezember werden zusätzlich zu den Aktionen zum Tag gegen Gewalt an Frauen (online einsehbar auf „gegengewalt.bz.it“) Videos auf den sozialen Netzwerken eingespielt, die 5 versteckte Formen von Gewalt zum Inhalt haben. Ganz oben steht dabei „sexistische Sprache“, etwa einer der Klassiker unter Männern: „Für eine Frau macht sie das gut.“ Sigrid Pisanu vom Verein „Frauen gegen Gewalt“ wies darauf hin, dass eine solche Sprache in den verschiedensten Kontexten vorkomme und in ihren Ausmaßen und Einflüssen „nicht unterschätzt“ werden dürfe. <BR /><BR /> Zweiter wesentlicher Faktor seien gesellschaftliche Stereotype, sie bildeten die Basis, die schlussendlich in konkreter Gewalt gipfeln könne. Die Kritik richtet sich auch gegen eine sexuelle Objektivierung in den Medien, etwa in der Werbung: Perfekt gestylt und sexy werden die dargestellten Frauen zum Objekt, das der männlichen Lustbefriedigung dient. Ein Video wird sich mit dem sog. „Catcalling“ beschäftigen (anzügliche Bemerkungen, Nachpfeifen etc. im öffentlichen Raum), ein weiteres mit dem „Victim Blaiming“ (Täter-Opfer-Umkehr).