Das Ermittlungsverfahren rund um den schwerwiegenden Vorwurf der Tiermisshandlung im Valle dei Laghi wird nun doch fortgesetzt. Nachdem die Staatsanwaltschaft zunächst die Einstellung des Verfahrens gegen die beschuldigten Hirten beantragt hatte, hat der Untersuchungsrichter Enrico Borrelli dem Einspruch der Tierschutzorganisation LAV stattgegeben. <BR /><BR />Ausgangspunkt des Falls war eine Anzeige im September 2023. Die Szenen, in denen die Tiere misshandelt worden seien, wurden zuvor von LAV auf Video festgehalten und später als Beweismaterial vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft von Trient hatte deshalb Ermittlungen wegen Tötung und Misshandlung von Tieren eingeleitet – gegen die Halter ebenso wie gegen die Hirten. <BR /><BR />Man hatte ihnen laut der italienischen Tageszeitung „l'Adige“ vorgeworfen, „aus Grausamkeit und ohne Notwendigkeit den Tod und schwere Verletzungen von Tieren verursacht oder zugelassen zu haben“.<h3> Herde wurde Besitzern bereits entzogen</h3>Die Herde von rund 500 Tieren wurde den Besitzern – einem Mann und einer Frau – bereits dauerhaft entzogen. Das Paar steht ebenfalls vor Gericht und hatte bereits einem Vergleich über eine Haftstrafe von sieben Monaten zugestimmt. <BR /><BR />Zudem wurde ihre Geschäftstätigkeit für vier Monate ausgesetzt. Obwohl sie nicht selbst Hand an die Tiere gelegt hatten, seien sie laut dem Urteil des Kassationsgerichtshofs trotzdem für das Wohlergehen der Tiere verantwortlich – dieses sei jedoch zu keinem Zeitpunkt gewährleistet gewesen.<h3> LAV wird sich als Zivilpartei am Prozess beteiligen</h3>Trotz der zunächst geplanten Einstellung des Verfahrens gegen die Hirten – aufgrund des angeblich fehlenden „Vorsatzes der Grausamkeit“ – wurden ihre Handlungen durchaus als gewalttätig eingestuft. <BR /><BR /> In der Anfrage zur Einstellung des Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft auch Bezug auf die Situation der Hirten genommen: Es handelte sich um rumänische Staatsbürger ohne Dokumente, die kaum Italienisch sprachen und unter Bedingungen gearbeitet hätten, „die an der Grenze menschlicher Zumutbarkeit“ gelegen hätten.<BR /><BR />Die Tierschutzorganisation LAV kündigte bereits an, sich im Prozess als Zivilpartei zu beteiligen. Vertreten wird der Verein dabei von der Anwältin Sara Morolli.