Mittwoch, 01. Juni 2016

Gewaltakt in Lana: 2 Versionen

Was in der Nacht auf Samstag beim „Exclusiv Club“ in Lana vorgefallen ist, darüber wird in Lana rege diskutiert. Eines ist sicher: Der 25-jährige Marlinger S. M. musste in den frühen Morgenstunden vom Weißen Kreuz mit leichten Gesichtsverletzungen in das Meraner Spital gebracht werden.

Foto: Antifa Meran
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Foto: Antifa Meran

„Wie uns von Betroffenen mitgeteilt wurde, ist es vor der Diskothek in Lana zu einem gewalttätigen Übergriff durch Neonazis gekommen“, schreibt die Antifaschistische Aktion (Antifa) Meran in einer Presseaussendung am Dienstag. Schon im Lokal sei es zu Anfeindungen gekommen. Gegen 4 Uhr seien die Jugendlichen dann vor dem Lokal, angeblich von Neonazis aus den Gemeinden Tisens und Lana, in eine Schlägerei verwickelt worden. Auch ein älterer Neonazi aus Algund sei daran beteiligt gewesen, schreibt die Antifa.

„Skandalös und absolut nicht nachvollziehbar ist die Rolle, die einer der beiden Türsteher im weiteren Verlauf spielte“, kritisiert die Antifa. Ein Türsteher des Clubs habe die Neonazis gekannt und für diese Partei ergriffen. Der besagte Mann habe die Jugendlichen dann auf ihrem Heimweg bis zum Kreisverkehr in der Nähe des Clubs verfolgt, angegriffen und mit einem großen Schraubenschlüssel aus Metall bedroht. „Als dann erneut mehrere Neonazis auf die Jugendlichen losgingen, ging der Türsteher nur halbherzig dazwischen“, so die Antifa.

Wie bekannt wurde, standen die Carabinieri im Einsatz. Es laufen aber keine Ermittlungen. Es wurde auch keine Anzeige erstattet.

„Exclusiv“-Chef nicht über Tat informiert

„Exclusiv Club“-Chef Georg Sanin weist die Anschuldigungen der Antifa zurück. Er war in der Nacht von Freitag auf Samstag zwar nicht in Lana, hat sich aber über die Vorkommnisse informiert. „Im und vor dem Lokal hat es keine Schlägerei gegeben“, stellte er in den „Dolomiten“ klar.

Der beschuldigte Türsteher sei auf dem Heimweg gewesen. Bei der Schlägerei beim Kreisverkehr sei er lediglich dazwischengegangen, um Schlimmeres zu verhindern. „Neonazis sind bei uns nicht willkommen und werden nicht ins Lokal gelassen“, so Sanin. Dies sei auch der Quästur und den Carabinieri bekannt.

fm/D

stol