Montag, 19. Juli 2021

Gewaltepisoden in Meran: „Dieser Abend war ein Desaster“

Mit Gewaltepisoden gespickt war der vergangene Freitagabend bis nach Mitternacht. Tätliche Auseinandersetzung zwischen Berauschten im Bahnhofspark, unter Rumänen in der Gampenstraße, Rauferei von Kalabresen in einer Bar in der Piavestraße und ein mutmaßlicher Angriff zweier junger Männer mit Migrationshintergrund auf 2 Jugendliche in der Freiheitsstraße. „Der Abend war ein Desaster“, sagt ein Sicherheitsbeamter, der selbst im Einsatz war.

Bedenkliche Zustände mitten in Meran: Eine junge Frau, die sich zunächst  kaum auf den Beinen halten konnte,  kollabierte und  musste von den Rettungskräften erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.
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Bedenkliche Zustände mitten in Meran: Eine junge Frau, die sich zunächst kaum auf den Beinen halten konnte, kollabierte und musste von den Rettungskräften erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.
Sämtliche Sicherheitskräfte – Staatspolizei, Finanzwache, Carabinieri und Stadtpolizei – hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag alle Hände voll zu tun. „Meran wird zu einem Problem“, meinte ein Vertreter der Sicherheitskräfte nach den Einsätzen.

Der erste Schauplatz von Gewalt war gegen 20.30 Uhr die Zone Bahnhofspark nahe der Europaallee und vor dem Kaiserhof. 2 Maghrebiner und 2 italienische Staatsbürger, alle 4 in einem Rauschzustand, kamen sich in die Wolle. Als einer ein Messer zückte, griff eine junge Frau, keine 20 Jahre alt, zur Abwehr in die Klinge. Dabei erlitt sie eine Schnittverletzung an der Hand.

Gewaltepisode Nummer 2 trug sich in der Gampenstraße zu. Rund 10 rumänische Staatsbürger waren sich gegen 22 Uhr längs dem Straßenabschnitt zwischen der Meranarena und dem Eingang zum Meraner Pferderennplatz in die Haare geraten. Blutige Nasen, aufgeplatzte Lippen und Störung des Straßenverkehrs – die Männer behinderten Autofahrer – waren die Folge. Die Beamten mussten die aufgeladene Situation befrieden.

Zeitgleich spielte sich Gewaltszenario Nummer 3 zuerst in einer Bar in der Piavestraße und dann vor der Bar ab. 4 Kalabresen, alle in Meran ansässig, wurden handgreiflich. Laut Behörden flogen Fäuste und Stühle. Auch hier mussten die Sicherheitskräfte die Streithähne trennen. Verletzt wurde niemand und Anzeige hat auch keiner erstattet.

Letzter Brennpunkt der Gewalt war einmal mehr die obere Freiheitsstraße, in der es in Vergangenheit bereits zu mehreren Zwischenfällen gekommen war, so dass die Barbetreiber einen privaten Sicherheitsdienst engagieren mussten. Gegen 23.30 Uhr musste dort jener jungen Frau zu Hilfe geeilt werden, die beim Handgemenge im Bahnhofspark verletzt worden war. Die Frau, die sich laut Videoaufnahmen kaum auf den Beinen halten konnte, lag in der „Culti’s Galerie“ am Boden, musste vom Roten Kreuz versorgt und ins Spital gebracht werden. Ob es zuvor zu Gewalttätigkeiten gegenüber der Frau gekommen ist, darüber sind sich die Sicherheitskräfte uneinig.

Zu Gewaltvorfall Nummer 5 wurde die Polizei gegen 0.30 Uhr, erneut in die Freiheitsstraße auf der Höhe der Milchbar, gerufen. 2 Jugendliche gaben an, von 2 anderen jungen Männern tätlich angegriffen worden zu sein. Die Polizei traf die Beschuldigten unter den Lauben an. Dabei handle es sich laut Polizei um einen Albaner und einen Maghrebiner. Der genaue Hergang sei noch nicht geklärt. Anzeige wurde nicht erstattet.

Wie erst jetzt bekannt wurde, sei erst vor kurzem ein 17-Jähriger um ein Uhr nachts in der Freiheitsstraße bedroht und ausgeraubt worden. Derzeit laufen Bestrebungen, die Gemeinde Meran in das Sicherheitskomitee des Regierungskommissariats zu integrieren.

Wie berichtet, kam es in Meran schon am vergangenen Dienstag zu einem besorgniserregenden Zwischenfall. Ein Mann hat nach einer Kontrolle mehrere Polizisten unter anderem mit einem Schraubenzieher angegriffen und ihnen mit dem Tod gedroht. Den Polizisten ist es gelungen, den Angreifer dingfest zu machen.

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lu/stol

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