„Ich bin besorgt, zugleich aber auch optimistisch“, sagt der Polizeidirektor und richtet einen Appell an die Bevölkerung.<BR /><BR /><BR /><BR />s+ hat in den vergangenen mehrmals über brutale Gewalt unter Jugendlichen berichtet, unter anderem in Bozen ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/wieder-brutaler-angriff-auf-jugendliche-eltern-die-sozialleistungen-entziehen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier der Bericht</a>), in Meran ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/faustschlag-ins-gesicht-7-jugendliche-ueberfallen-einen-16-jaehrigen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier der Bericht</a>) und Algund ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/brutale-gewalt-in-algund-buben-gang-verpruegelt-buben" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier der Bericht</a>). Was sagt Quästor Giancarlo Pallini zu den Vorfällen?<BR /><BR /><BR /><b>Herr Quästor, letzthin gab es immer wieder gewalttätige Übergriffe von Jugendbanden auf Jugendliche. Die Eltern sind besorgt. Wie sehen Sie die Situation?</b><BR />Giancarlo Pallini: Ich bin besorgt, zugleich aber auch optimistisch. Besorgt, weil die Opfer aufgrund ihres Alters als sensibel einzustufen sind und es für ihr Leben schwerwiegende Auswirkungen haben kann, wenn sie von Gleichaltrigen mit Präpotenz behandelt werden, Übergriffen, Körperverletzung, Bedrohung ausgesetzt sind. Sie ändern ihr Verhalten: Dieser soziale Aspekt besorgt mich mehr als der strafrechtliche. Die Jugendlichen müssen frei sein, sich zu bewegen, zur Schule gehen zu können und auch auf ihrem Heimweg sicher zu sein. Ich bin optimistisch, weil wir als Ordnungskräfte effizient arbeiten, das Phänomen ernst nehmen und im Auge behalten, um unsere Jugendlichen zu schützen. Ich appelliere an die Bürger, uns zu unterstützen und uns Vertrauen entgegenzubringen und die Vorfälle anzuzeigen. <BR /><BR /><b>Welche Instrumente haben Sie als Quästor in der Hand?</b><BR />Pallini: Jugendliche kann ich nicht wie Erwachsene eines Gemeindegebiets verweisen. Anwenden kann ich hingegen den Daspo urbano, dem Minderjährigen also das Verbot auferlegen, sich an bestimmten Orten in der Stadt aufzuhalten – auch zu bestimmten Uhrzeiten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53029325_quote" /><BR /><BR /><b><BR />Zeigt so eine Auflage aber auch Wirksamkeit?</b><BR />Pallini: Natürlich nicht bei allen. Es gibt einige, bei denen wir davon ausgehen müssen, dass sie als Erwachsene leider die Reihen der Straftäter auffüllen werden. Es gibt aber auch Jugendliche, bei denen so eine Auflage wirkt. Das sind diejenigen, die von einem Anführer einfach mitgezogen werden. Wenn wir sie rechtzeitig erreichen und die Familien einbeziehen, können wir sie auf den richtigen Weg bringen. Natürlich braucht es auch Geduld, Ergebnisse sieht man nicht sofort. <BR /><BR /><b>Die meisten dieser Angriffe passieren ja nicht planlos. Müssen wir uns vor organisierten Jugendbanden fürchten?</b><BR />Pallini: Ich möchte mit dem Begriff „organisierte Banden“ vorsichtig sein. Eine organisierte Bande ist eine kriminelle Gruppe, die einen Territorialanspruch stellt, die einen Führungsanspruch hat und keine anderen neben sich duldet. In diesem Sinne würde ich diese „Baby gangs“ nicht als organisierte Banden bezeichnen. Die Jugendlichen kennen sich und organisieren ihre Treffen. Es sind keine wirklichen Kriminellen, aber dort, wo sie zirkulieren, verbreitet sich Unsicherheit und Angst und das beeinflusst den Alltag der anderen Jugendlichen, sie können sich nicht frei bewegen. Das ist nicht in Ordnung. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53029327_quote" /><BR /><BR /><b>Was macht die Polizei dagegen?</b><BR />Pallini: Im Bereich der Minderjährigen beschränken wir uns nicht auf gewöhnliche Polizeiarbeit. Dieser Bereich wird auch ein großes Thema beim bevorstehenden Polizeifest sein. Wir arbeiten mit anderen Institutionen zusammen, wir setzen stark auf Prävention – vor allem über die Schulen. Die Postpolizei ist dort sehr aktiv und informiert über die Gefahren des Internet. Die Sozialen Netzwerke besorgen uns: Sie können Jugendliche in Gefahrensituationen drängen. Sehr oft haben wir es mit gewalttätigen Vorfällen zu tun, während denen sich die Jugendlichen filmen und die Filme dann ins Netz stellen. Das finde ich als Polizist und mehr noch als Vater bedenklich. <BR /><BR /><b>Nun heißt es ja, dass sehr viele der Mitglieder dieser Jugendbanden einen Migrationshintergrund haben. Bestätigen das Ihre Statistiken?</b><BR />Pallini: Ich möchte das weniger auf die geografische Herkunft denn auf ihr Umfeld beziehen: Es sind vor allem Jugendliche, die nicht zur Schule gehen, keine Arbeit haben, die vom Elternhaus beim Erwachsenwerden nicht unterstützt werden. Natürlich: Ein Teil der gewalttätigen Jugendlichen kommt aus Familien mit Migrationshintergrund, auch in der 2. Generation. <BR />