Die Nachricht verbreitete sich am heutigen Montag wie ein Lauffeuer: Der langjährige italienische Parlamentarier und Verfassungsexperte Gianclaudio Bressa ist im Alter von 70 Jahren unerwartet gestorben. <BR /><BR />Der Parlamentarier aus Belluno, der seit Jahren in Südtirol lebte, der mehrfach auf den Listen des Bündnisses „L’Ulivo“ und des Partito Democratico (PD) im Wahlkreis Trentino-Südtirol gewählt worden war, war unter anderem Vorsitzender der Sechserkommission und stellvertretender Vorsitzender der Parlamentsfraktion „L’Ulivo-Partito Democratico“. Insgesamt saß er 26 Jahre im Parlament in Rom.<h3> Unterberger: „Ein Freund Südtirols“</h3>„Gianclaudio Bressa war ein Freund der Sonderautonomien und Südtirols. Er hatte eine profunde Kenntnis unseres Landes und spielte in den Jahren der Mitte-Links-Regierungen eine entscheidende Rolle dabei, unseren Anliegen Gehör zu verschaffen“, heißt es von der SVP-Senatorin Julia Unterberger in einer Aussendung. <BR /><BR />„Als er in seiner letzten Legislaturperiode in den Senat gewählt wurde, schloss er sich der Autonomiegruppe an. Auf diesem gemeinsamen Weg lernten wir neben seiner Kompetenz und Erfahrung auch seine menschlichen Qualitäten kennen und schätzen: Er war ein loyaler, leidenschaftlicher Mann, der stets offen für den Dialog war.<BR />Wir werden ihn immer in Ehren und herzlicher Erinnerung behalten“, so Unterberger. „Seiner Familie und seinen Angehörigen gilt unser aufrichtiges Beileid.“ <h3> Peterlini: „Ciao, lieber Gianclaudio. Mögen Engel dich begleiten“</h3>„Ich bin zutiefst betroffen vom frühzeitigen Tod meines Freundes und langjährigen Weggefährten Gianclaudio Bressa.“ So lautet die erste Reaktion des langjährigen SVP-Abgeordneten Oskar Peterlin. „Seit 2001 haben wir gemeinsam Wahlkämpfe im Wahlkreis Bozen-Unterland bestritten und für drei Legislaturperioden das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler erhalten.“<BR /><BR /> Es sei eine einzigartige Erfahrung der politischen Zusammenarbeit zwischen den Sprachgruppen gewesen, die dazu beigetragen habe, das Zusammenleben zu verbessern und neue Perspektiven für die Zukunft Südtirols zu eröffnen, so Peterlin. <BR /><BR />„Ich hatte das Glück, bis 2013 mit Kollege Bressa im Parlament zusammenarbeiten zu dürfen – er in der Abgeordnetenkammer, ich im Senat. Bressa zeichnete sich stets durch seinen großen Einsatz für eine soziale und demokratische Politik sowie durch seine wichtige Arbeit im Parlament aus“, betont Peterlini. „Er setzte sich konsequent für eine gute Zusammenarbeit zwischen den Sprachgruppen ein und war selbst ein lebendiges Symbol dafür, da er tatsächlich von allen drei Sprachgruppen gewählt wurde – eine einzigartige Erfahrung, die wir gemeinsam erleben durften.“<BR /><BR />„Ciao, lieber Gianclaudio. Mögen Engel dich begleiten.“<h3> SVP: „Er war ein großer Südtirolfreund“</h3>„Am heutigen Montag hat uns eine traurige Nachricht erreicht: Gianclaudio Bressa ist unerwartet von uns gegangen. Mit ihm verlieren wir eine wichtigen Ansprechpartner auf gesamtstaatlicher Ebene, der Südtirol nicht nur kannte, sondern immer ein offenes Ohr für die Anliegen Südtirols hatte“, sagt SVP-Obmann Dieter Steger. <BR /><BR />Steger würdigt den in Belluno geborenen PD-Politiker als jemand, der für die Südtiroler Volkspartei ein wichtiger Ansprechpartner war und als jemanden, mit dem man einiges für Südtirol nach Hause holen konnte. <BR /><BR />„Er war ein Südtirol-Freund, ein Politiker mit Handschlagqualität und nicht zuletzt ein ausgewiesener Experte in Verfassungsfragen“, sagt Steger und drückt im Namen der Südtiroler Volkspartei seiner Familie und den Hinterbliebenen Beileid aus. „Als Südtiroler Volkspartei werden wir ihn und sein politisches Wirken in ehrender Erinnerung behalten“.