Die Bürgerliste Natz-Schabs verweist in der Zuschrift auf die Ende März 2026 von PAN Europe (Pesticide Action Network) veröffentlichte Auswertung der Daten der Südtiroler Sanitätsbehörde. Diese würden laut PAN „einen bedenklichen Nachweis von Pestiziden auf Südtiroler Spielplätzen belegen“. <BR /><BR />Laut Bürgerliste Natz-Schabs habe ihnen PAN Europe auf Nachfrage bestätigt, dass auch die Kinderspielplätze in Viums und Natz (Hintersun) belastet seien. Dazu zitieren sie den PAN-Präsidenten Koen Hertoge, laut dem eine „problematisch hohe Konzentration von Fluazinam gefunden“ worden sei: „0.023 mg/kg und 0.015 mg/kg“. <BR /><BR />Zum Vergleich stellen sie diesen den erlaubten Grenzwert für Salat, der 0.01 mg/kg beträgt, entgegen. Und sie folgern daraus, dass aufgrund der „Giftbelastung“ nicht nur die Kinder gefährdet seien, sondern auch die Lebensmittel aus den Privatgärten im Umfeld schädlich seien. <BR /><BR />Die Bürgerliste kritisiert, dass – obwohl auf dem Kinderspielplatz in Natz bereits 2017 im Zuge der „Studie zur Pestizid-Kontamination von Spielplätzen im Obstbaugebiet Südtirols“ Rückstände von vier Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen worden seien – nichts getan worden sei, um Spielplätze besser vor Abdrift und Pestizidrückständen zu schützen. <BR /><BR />Bürgermeister Alexander Überbacher erklärte auf Anfrage um eine Stellungnahme, dass er weder offiziell noch privat eine Mitteilung erhalten habe, dass in der Gemeinde Grenzwerte überschritten würden.<BR /><BR />Der für die Landwirtschaft zuständige Gemeindereferent Helmut Plaikner erklärte im zweiten Moment, dass sich die Daten auf Erhebungen des Sanitätsbetriebes vom Vorjahr beziehen. Viermal im Jahr seien Grasproben entnommen worden. „Die genannten Werte wurden bei den Proben Anfang Juni 2025 ermittelt“, sagt Plaikner. Beantrage ein Hersteller die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels, müsse er angeben, für welche Obst- und Gemüsekulturen es zugelassen werden soll. Für diese werden dann Grenzwerte bestimmt. Im Falle von Fluazinam liegt dieser laut Plaikner für Birnen und Äpfel oder Kartoffeln und Zwiebeln bei 0,05 mg/kg. „Für Salat wurde die Zulassung des Mittels nicht beantragt, weshalb auch kein Grenzwert definiert wurde. In diesem Fall wird die Nachweisgrenze, die bei 0.01 mg/kg liegt, als Grenzwert herangezogen“, so Plaikner.<BR /><BR />Hier sei man knapp darüber, was aber auf keine Gefährdung oder Giftigkeit schließen lasse. „Die Werte liegen bei allen Kulturen, für die es einen Grenzwert gibt, darunter“, betont Plaikner. Die Sektion Umweltmedizin im Sanitätsbetrieb spricht von einem irreführenden Vergleich. Sie wird eine wissenschaftliche Interpretation nachliefern. <BR /><BR />Die Behauptung, dass auf dem Spielplatz Hintersun auch Rattengiftköder gefunden worden seien, konnte der Tierärztliche Dienst nicht bestätigen. Laut Überbacher gab es so einen Fund vor Jahren. Damals wurde angenommen, dass Vögel den Köder weitergetragen hatten. „Wir haben keine Probleme mit Ratten und Mäusen“, betonte Überbacher.