Donnerstag, 10. August 2017

Giftige Südtirol-Werbung in München

Mit einer gar nicht witzigen Werbung macht das selbsternannte "Umweltinstitut München" auf Südtirol aufmerksam. Aus Südtirol wird kurzerhand "Pestizidtirol". Dabei soll das Bild auf dem Plakat sogar einen Bio-Betrieb im Weinbau zeigen.

Diese Werbung dürfte so manche Südtirol-Urlauber verschrecken.
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Diese Werbung dürfte so manche Südtirol-Urlauber verschrecken.

Seit Jahren tobt in Mals ein Streit um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Der "Malser Weg", der das Ziel verfolgt, eine "pestizidfreie" Gemeinde zu werden, sorgt für Polemiken.

Gar manchem ist dabei jedes Mittel Recht. Momentan sorgt eine Aktion des selbsternannten "Umweltinstitutes München" für Aufsehen. Die Südtirol-Werbung wird dabei kurzerhand umgeändert in "Pestizidtirol", wofür sogar ein eigener Internetauftritt ins Netz gestellt wurde. 

Anti-Werbung in München

Im Herzen von München hängt seit Donnerstag an der S-Bahn-Station Karlsplatz ein Großplakat im Stil der aktuellen Kampagne des Südtiroler Tourismusmarketings. Das neue Plakat soll auf den "intensiven Pestizideinsatz" in der Region aufmerksam machen. 

Das Plakat zeigt eine Obstplantage, durch die ein Traktor fährt. „Südtirol sucht saubere Luft“, steht in großen Buchstaben vor dem Foto. Das Plakat verweist auf eine eigens eingerichtete Homepage. Auf jener ist von Lobbys und Gefahren, welche Spritzmittel mit sich bringen sollen, die Rede. 

Falsches Bild 

Nebenbei bemerkt, werden auf dem Plakat überhaupt keine "Pestizide" ausgebracht. Denn, das Bild auf dem Plakat zeigt einen Betrieb im Weinbau, vermutlich sogar einen, der auf biologischer Basis arbeitet, wie mehrere Landwirte STOL bestätigten. Demnach werden hier keine Spritzmittel eingesetzt, sondern es handelt sich lediglich um eine Staubwolke. 

Auch Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes betont: "Es handelt sich garantiert um einen Weinbaubetrieb. Es dürfte sich dabei um einen bio- bzw. biodynamischen Betrieb handeln, weil nur Stäubeschwefel eine solche Fahne mit sich zieht. Dieses Schwefel wird im biologischen Anbau vor allem gegen Mehltau eingesetzt". Der Stäubeschwefel werde trocken im Weinbau ausgebracht und zieht eine Staubwolke nach sich. 

Großer Schaden für Südtirol befürchtet

Eine Aktion, die ihren Ursprung in Mals nehmen dürfte. Hartnäckige "Pestizid-Rebellen" machen dort immer wieder mit fragwürdigen Aktionen auf sich aufmerksam. Im selbsternannten "Umweltinstitut München" haben diese nun prominente Unterstützer gefunden. Ein Referent dieser Initiative soll sich in den kommenden Tagen mit Malser "Pestizid-Gegnern" treffen. 

Fest steht: Der Aufschrei über die aktuelle Kampagne dürfte nicht mehr nur bei Landwirten groß sein, sondern auch im Tourismusbereich. Eine Kampagne, die nachhaltigen Schaden für ein ganzes Land mit sich ziehen könnte, wie schon jetzt so mancher befürchtet. 

stol/am 

stol