Ziel der neuen Analysen ist es, den Ablauf der mutmaßlichen Vergiftung im familiären Umfeld von Antonella Di Ielsi (51) und ihrer 15-jährigen Tochter Sara Di Vita besser zu rekonstruieren. Beide waren Ende Dezember an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Auch weitere Familienmitglieder, darunter Di Ielsis Ehemann Gianni Di Vita und die Tochter Alice, stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen.<BR /><BR />Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden bislang keine direkten Spuren von Rizin im Körper der Überlebenden gefunden. Das bedeute jedoch nicht zwingend, dass kein Kontakt mit dem Gift stattgefunden habe, hieß es unter Berufung auf toxikologische Einschätzungen. Daher soll nun überprüft werden, ob das Immunsystem der Familienmitglieder möglicherweise Antikörper gebildet hat.<BR /><BR />Parallel dazu planen die Ermittler ein erneutes Durchsuchen des Hauses der Familie in Pietracatella. Dabei soll nicht nur nach Lebensmitteln gesucht werden, sondern auch nach möglichen Gefäßen oder Gegenständen, die als Träger des Giftes gedient haben könnten. Die Untersuchungen werden von italienischen Fachleuten geleitet. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mutmasslicher-rizin-mord-jetzt-kommen-top-experten-aus-deutschland" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Kommende Woche sollen zudem Experten des Robert Koch-Instituts in Berlin hinzugezogen werden, um die Analysen zu unterstützen.</a> Die deutschen Experten Christian Herzog und Sylvia Worbs sowie der forensische Toxikologe Luca Morini werden dabei Lebensmittel und biologische Proben untersuchen, die zwischen Ende Dezember und Anfang Jänner in der Wohnung der Familie sichergestellt wurden.<BR /><BR />Zum beschlagnahmten Material gehören unter anderem Lebensmittel aus Kühlschränken und Tiefkühltruhen, Behälter, Geschirr, Trinkflaschen sowie weitere Gegenstände, die möglicherweise zur Aufnahme oder zum Transport der Giftstoffe gedient haben könnten. Ziel der Analysen ist es, Spuren der toxischen Substanz Rizin oder Hinweise auf deren mögliche Herstellung nachzuweisen.<BR /><BR />Parallel dazu laufen die klassischen Ermittlungen weiter. Die Kriminalpolizei befragt weiterhin Angehörige, Freunde und Bekannte der betroffenen Familien. Zudem werden digitale Datenträger ausgewertet, um Kommunikationsverläufe und mögliche Abläufe zu rekonstruieren. Die Frist für die Abschlussgutachten wurde bis Ende Juli verlängert, damit alle Befunde ausgewertet werden können.