Diese Nachricht wurde am Mittwochabend in der Sendung Chi l’ha visto? bekannt gegeben. Sie geht laut „Corriere della Sera“ aus dem Vorladungsbeschluss für fünf Ärzte hervor, gegen die wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird. <h3> Alice war beim Familienessen nicht anwesend</h3>Alice hatte an jenem Abend des 23. Dezembers nicht mit der Familie gegessen, sondern war mit Freunden zum Pizzaessen verabredet. Zu Hause in Pietracatella (Provinz Campobasso) blieben Gianni (55), Antonella (50) und die zweitgeborene Tochter Sara (15) zurück. Sie verzehrten Miesmuscheln, Wurstwaren und einen italienischen Gemüsesalat (Giardiniera).<BR /><BR />Antonella und ihre Tochter fühlten sich ab dem 25. Dezember unwohl und baten um eine Krankenhauseinweisung, doch die Ärzte wiegelten ab und sprachen von einer einfachen Magen-Darm-Grippe. In der Folge verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch: Sara starb am 27. Dezember, ihre Mutter nur einen Tag später. Auch Vater Gianni fühlte sich schlecht, überlebte aber als einziger.<BR /><h3> „Chats und E-Mails im Visier – sie hatte die verzehrten Mahlzeiten notiert“</h3>Die Staatsanwaltschaft von Larino, die ein Verfahren gegen Unbekannt wegen zweifachen vorsätzlichen Mordes eingeleitet hat, beschlagnahmte am 13. April das Mobiltelefon des Mädchens. <BR /><BR />In dem Beschluss fordern die Staatsanwälte insbesondere die Sicherstellung der Daten der letzten fünf Monate (von Dezember bis April) aus dem Speicher von Alices Smartphone. Alice selbst wird nicht als Verdächtige geführt. Analysiert werden sollen Chats, E-Mails und Social-Media-Konversationen mit anderen Verwandten und Bekannten.<BR /><BR />Auf dem Telefon sollen sich in den Notizen zudem Aufzeichnungen über die Mahlzeiten befinden, die die Familie zwischen dem 22. und 25. Dezember zu sich genommen hat. Ebenfalls angefordert wurden der Internet-Browserverlauf sowie die Standortdaten des Mädchens, das am Abend des 23. Dezembers mit Freunden auswärts essen war. Am kommenden Dienstag wird eine forensische Kopie des Telefons erstellt.<h3> Das Haus der Cousine</h3>Unterdessen wird auf die Ergebnisse des Giftinformationszentrums in Pavia gewartet, die das Vorhandensein von Rizin in den Körpern der beiden Opfer sowie im Körper von Gianni Di Vita offiziell bestätigen sollen. Sowohl er als auch Alice wurden in den vergangenen Tagen von der Kriminalpolizei Campobasso als Personen, die über Sachverhalte informiert sind, vernommen, um die Weihnachtsfeiertage zu rekonstruieren, an denen sich die Tragödie ereignete. Ihre Aussagen stimmten bislang überein.<BR /><BR />Seit fast fünf Monaten leben Vater und Tochter nun im Haus der Cousine von Gianni Di Vita – einer Steuerberaterin und ehemaligen Bürgermeisterin von Pietracatella –, da das Wohnhaus der Familie nach dem Tod der beiden Frauen beschlagnahmt wurde. Auch die Cousine wurde von der Polizei in zwei Etappen fast sieben Stunden lang befragt, um herauszufinden, ob Vater und Tochter in den letzten Monaten Einzelheiten über die Geschehnisse haben durchsickern lassen. Der von der Staatsanwaltschaft bestellte Gerichtsmediziner hat die Abgabe seines Autopsie- und Toxikologie-Gutachtens aufgrund der Komplexität des Falles um einen weiteren Monat verschoben.