Doch von vorn: Am 27. Oktober 2017 hatte die 9-jährige Gioia Virginia Casciani nur wenige Stunden vor dem Unfall einen Klassensieg beim Kürwettbewerb in Meran gefeiert. Das zweite Todesopfer beim Unfall unweit von Mattarello im Trentino war ihre 17-jährige Cousine Ginevra Barra Baietto, ebenfalls eine erfolgreiche Eiskunstläuferin. Am Steuer saß Monica Lorenzetti, Mutter von Gioia und Tante Ginevras.<h3> Auch Monicas Zwillingsschwester kam ums Leben</h3>Beim Unfall kam nach 20 Monaten im Koma auch die Zwillingsschwester der Fahrerin, Graziella Lorenzetto, Mutter von Ginevra, ums Leben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145385_image" /></div> <BR /><BR />Das Auto, in dem die 4 Frauen unterwegs waren, stieß auf der Autobahn heftig gegen einen vorausfahrenden Lastwagen, der abrupt gebremst hatte. Die beiden Cousinen waren auf der Stelle tot, während Graziella Lorenzetti fast 2 Jahre später im Krankenhaus starb, ohne je das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145388_image" /></div> <h3> „Unfall war unvorhersehbar“</h3>Vor einem Gericht in Trient sind Monica Lorenzetti und der 62-jährige italienische Lkw-Fahrer jetzt zu 2 Jahren Haft wegen Verkehrsmord verurteilt worden. Lorenzettis Verteidigung will Rekurs einreichen. „Wir hatten auf einen Freispruch gehofft, denn der Unfall war unvorhersehbar und unvermeidbar“, so der Anwalt Claudio Tasin, der Lorenzetti verteidigt. <BR /><BR />Er betonte, dass beim Lkw die Bremslichter nicht funktionierten. 11 Angehörige reichten eine Zivilklage gegen den Lkw-Fahrer ein. Über ihre Anwälte fordern sie eine Entschädigung von mehr als 4 Millionen Euro. <BR /><BR />Nach Angaben der Zivilparteien hätte der Lkw-Fahrer plötzlich gebremst, damit habe er die Geschwindigkeit von 90 auf 7 Stundenkilometer verringert. Monica Lorenzetti habe den Zusammenprall unmöglich vermeiden können. <h3> „Wenn man eine Tochter, eine Zwillingsschwester und eine Nichte verliert, ist man schon tot“</h3>„Ich fürchte die Haftstrafe nicht. Wenn man eine Tochter, eine Zwillingsschwester und eine Nichte verliert, ist man schon tot“, sagte die 51-jährige piemontesische Unternehmerin. <BR /><BR />Sie lebe nur für ihre 80-jährige Mutter und ihren Ehemann weiter, die ihr beim schmerzhaften Prozess stets beiseite gestanden seien, erklärte Lorenzetti gegenüber der Tageszeitung „La Stampa“ am Mittwoch.<BR /><BR />Über das Leben von Gioia Virginia Casciani wurde ein Film gedreht mit dem Titel „Gioia, l'angelo del ghiaccio“. In Erinnerung an die beiden Mädchen wurde von Gioias Eltern eine Organisation im Namen des „Eisengels“ gegründet, die junge Eiskunstläufer unterstützen will.