Für Tania Causio, Lehrerin für Zeichnen und Kunstgeschichte am Gymnasium Righi, kam die Nachricht völlig unerwartet – und traf sie mitten ins Herz. „Ich habe es gestern Nachmittag im Fernsehen erfahren“, erzählt sie mit brüchiger Stimme. „Schon die Berichte über diese Jugendlichen in Crans-Montana haben mich sehr mitgenommen. Als dann Giovannis Name fiel und ich ihn im Video erkannte, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten.“<BR /><BR />Gemeinsam mit Kollegen, dem Klassenkoordinator und sogar den Hausmeistern versuchte sie, Informationen zu sammeln. Vergeblich. „Niemand weiß etwas. Diese Ohnmacht ist kaum auszuhalten.“ Aus einem früheren Gespräch mit Giovanni erinnerte sie sich an einen gemeinsamen Bekannten der Familie. Sie habe ihn erreicht, doch auch er hatte keine Informationen. <h3> Keine Freunde aus Bologna dabei</h3>Giovanni besucht die Klasse 3P des Gymnasiums an der Porta Saragozza. Für seine Lehrer ist er weit mehr als nur ein Schüler. Sie beschreiben ihn als offenen, freundlichen Jungen, stets gut gelaunt, engagiert und zuverlässig – so sehr, dass er von seinen Mitschülern zum Klassensprecher gewählt wurde.<BR /><BR />„Ich unterrichte ihn seit dem ersten Jahr“, sagt Causio. „Was mich an ihm immer beeindruckt hat, war seine Höflichkeit, sein ehrliches Lächeln und eine Reife, die man in seinem Alter nicht oft sieht. Jeden Morgen fragte er mich, ob er mir einen Kaffee holen dürfe. Er saß immer in der ersten Reihe, neben seinem besten Freund Nicola – die beiden waren unzertrennlich.“<BR /><BR />Auch Matteo Ansaloni, Lehrer für Geschichte und Philosophie sowie Klassenkoordinator, spricht mit großer Sorge von seinem Schüler. „Ich bin erst im September an die Schule gekommen, aber Giovanni ist mir sofort aufgefallen. Er war immer präsent, nie abwesend, sehr interessiert.“<BR /><BR />In diesen Stunden steht Ansaloni im engen Kontakt mit der Klasse. „Die Mitschüler sind zutiefst beunruhigt. Besonders, weil niemand weiß, mit wem Giovanni in Crans-Montana unterwegs war. Es waren keine Freunde aus Bologna bei ihm.“<BR /><BR />Neben Giovanni gelten weitere 5 junge Leute aus Italien als vermisst. Laut der Nachrichtenagentur Ansa wurde der Tod eines von ihnen – <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/erstes-italienisches-opfer-bestaetigt-emanuele-galeppini-ist-tot" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Emanuele Galeppini</a> – bestätigt. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/diese-6-jungen-italiener-werden-vermisst-eltern-hoffen-verzweifelt-auf-ein-wunder" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a>