Das Bild, das sich derzeit in vielen Klöstern zeigt, ist kein positives: Zahlreiche Gemeinschaften haben mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Klöster, die über Jahrhunderte fester Bestandteil des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens waren, stehen vor der Auflösung oder müssen ihre Aufgabengebiete einschränken.<h3> Ordensleben war immer Auf und Ab</h3>Für Sr. Mirjam Volgger, die Organisatorin des Treffens der Südtiroler und Trentiner Ordensleute, liegt das Problem nicht allein in den Strukturen. „Das Ordensleben war immer schon ein Auf und Ab“, so Sr. Mirjam. Auch wenn das Leben im Kloster im Moment nicht viel Anziehungskraft auf junge Menschen ausübt, sei sie zuversichtlich, dass sich immer wieder Nischen öffnen, in denen Menschen dieses Leben als ihre Verwirklichung entdecken. <h3> Klosterleben steht für Entschleunigung</h3>Die Ordensschwester sieht die Stärke des Klosterlebens gerade in seinem Kontrast zur modernen Welt: „Während das Leben oft hektisch ist, steht das Kloster für Entschleunigung.“ Hoffnung macht zudem ein Blick über die Grenzen: In Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas wächst das Ordensleben stark. Viele Schwestern und Missionare werden nach Europa entsendet – ein Prozess, der zunehmend das Gesicht der Kirche in Südtirol prägt. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Ordensleute aus Drittländern in unseren Pfarreien wirken. Das macht die Kirche weltoffener“, erklärt Sr. Volgger. Dabei sei es wichtig, dem Weg zu folgen, den Papst Franziskus mit seiner Betonung der Synodalität aufgezeigt habe. „Alle Getauften haben denselben Wert – ob Frau oder Mann, ob Laie, Schwester oder Priester. Das ist eine große Chance, Kirche neu zu leben“, so Sr. Mirjam.<h3> Neue Rolle in Rom</h3>Das Treffen war zugleich von einem Abschied geprägt: Sr. Mirjam legt ihr Amt als diözesane Ordensreferentin und Provinzoberin der Tertiarschwestern nieder. Künftig wird sie jedoch die Aufgaben der weltweiten Kongregation der Tertiarschwestern in Rom übernehmen.<h3> 4 Stimmen aus den Ordensgemeinschaften</h3><div class="img-embed"><embed id="1219275_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Das Ordensleben sei ein schönes und erfüllendes Leben, betonte Sr. Andrea Maria Mair beim Treffen der Ordensleute in Maria Weißenstein. Bei ihren Aufgaben in der Berufungspastoral der Diözese habe sie viel Kontakt mit jungen Menschen. „Meiner Erfahrung nach sehnen sich viele nach Sinn im Leben. Wenn sie diesen finden und dazu eine Glaubensbasis haben, stellen sie sich auch die Frage: Was will Gott von mir?“, so Sr. Andrea Maria. Das Problem sei jedoch oft der fehlende Glaube als Fundament. „Gott ruft, aber man muss das Umfeld schaffen, damit dieser Ruf hörbar wird“, erklärt die Ordensfrau.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1219278_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Für Sr. Cristina Irsara ist vor allem das Vorleben des klösterlichen Lebensstils ein wesentlicher Weg, um junge Menschen für die Kirche zu begeistern. Gleichzeitig sei es wichtig, den Glauben greifbar und authentisch zu präsentieren. Als ihre Aufgabe sieht sie es, Hoffnung zu schenken und Freude an die Menschen zu bringen. Nach vielen Jahren des Wirkens in Brixen, Meran und auch im Ausland ist die gebürtige Gadertalerin nun im Congregatio Jesu in Rovereto tätig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1219281_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Im Religionsunterricht des Franziskanergymnasiums in Bozen stehen für Pater Benedict Sperl biblische und ethische Themen im Mittelpunkt. Der Franziskanerorden versucht dabei, weniger durch aktive Werbung, sondern durch die Vermittlung des Glaubens im Unterricht junge Menschen für das Ordensleben zu erreichen. „Wenn jemand neugierig auf das Ordensleben wird und Gott dazu die Berufung schickt, dann kommen sie vielleicht“, erklärte Pater Benedict.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1219284_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Ein besonderer Moment war das gestrige Zusammentreffen der Diözesen Trient und Bozen-Brixen für Sr. Marta Faspli, die im religiösen Institut Sacro Cuore in Trient tätig ist. Sie ist überzeugt, dass die zunehmende Abneigung junger Menschen gegenüber dem Glauben eine Herausforderung darstellt, der man sich stellen müsse. Entscheidend sei dabei das Zuhören – auch dann, wenn man nicht auf alles eine Antwort habe. „Es ist letztlich <Kursiv>Er </Kursiv>dort oben, der ruft. Und ich bin überzeugt, dass früher oder später die Antwort kommt“, so Sr. Marta.