Die Studentin (22) soll am 11. November zwischen 23.18 und 23.40 Uhr von ihrem gleichaltrigen Ex-Freund Filippo Turetta bei 2 Angriffen an 2 unterschiedlichen Orten ermordet worden sein. Dies geht aus dem internationalen Haftbefehl hervor, den ein Richter in Venedig gegen den in der Nähe von Leipzig am Samstagabend festgenommenen Turetta erlassen hat. Der zeitliche Ablauf vom Auslieferungsantrag der italienischen Justiz, der gestern eingetroffen ist, und des weiteren Verfahrens sei derzeit unklar, teilte das deutsche Gericht gestern mit. <h3>Der erste Angriff </h3>Den Ermittlern zufolge fand der erste Angriff nach Angaben eines Augenzeugen um 23.18 Uhr nur ca. 150 Meter von Giulias Wohnung in Vigonovo (Provinz Venedig) statt. Dort soll Turetta seine Ex-Freundin erstmals heftig geschlagen haben. Er habe gehört, wie eine Frau „Du tust mir weh“ gerufen habe, berichtete der Augenzeuge, der den heftigen Streit zu später Stunde beobachtet und die Polizei verständigt hatte. <BR /><BR />Vor Ort wurden Blutspuren gefunden, die von den Ermittlern analysiert wurden. Das Ergebnis war gestern nicht bekannt. Danach soll Turetta die verletzte Giulia in sein Auto gezerrt haben und in ein Industriegebiet der Kleinstadt Fossò (Provinz Venedig) gefahren sein, wo er sie ab 23.40 Uhr erneut angegriffen haben soll. <h3>Die Attacke in Fossò </h3>Dies geht aus Videoaufnahmen von Überwachungskameras eines Unternehmens vor Ort hervor. Dort konnte Giulia aus dem Auto, einem schwarzen Fiat Punto, flüchten, wurde jedoch von Turetta eingeholt, der sie – wahrscheinlich mit einem Messer – erneut attackierte und sie unter anderem am Hals traf. Dann warf er Giulia mit so großer Gewalt zu Boden, dass die 22-Jährige nicht mehr aufstehen konnte, da ihr Kopf mit großer Wucht auf den Gehsteig geprallt war. Danach holte der mutmaßliche Täter sein Auto, legte Giulia auf den Rücksitz, fesselte sie mit Klebeband und fuhr los. 22 Minuten dauerte die Agonie. Dem Richter zufolge verblutete Giulia.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966343_image" /></div> <BR /><BR />Die Leiche, die u. a. zahlreiche Stiche aufwies, soll Turetta in eine Schlucht unweit des Barcis-Sees in der friaulischen Provinz Pordenone geworfen haben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966346_image" /></div> <BR /><BR />Dann begann seine tagelange Flucht, die er mit 300 Euro antrat und die ihn über Cortina, das Pustertal und Lienz bis nach Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland) führte, wo er am Samstag verhaftet wurde. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966328_image" /></div> <h3>„Beispiellose Grausamkeit“</h3>Bei Filippo Turetta bestehe die Gefahr, dass er erneut gewalttätig gegen andere Frauen werden könne, begründete der Richter in Venedig seinen Haftbefehl, der gestern übersetzt an die deutschen Behörden weitergeleitet wurde. Laut dem Richter bezeuge die „beispiellose Grausamkeit“ des jungen Mannes seine „völlige Unfähigkeit zur Selbstbeherrschung“. <BR /><BR />Neben der Wiederholungsgefahr ist die Festnahme nach Ansicht des Richters auch wegen des Risikos der Beweismittelverfälschung erforderlich, „da der Verdächtige die Leiche an einem unzugänglichen Ort zurückgelassen hat, um zu verhindern, dass sie gefunden wird“. <BR /><BR />Turetta soll wegen Entführung und Mord unter erschwerenden Umständen an Italien ausgeliefert und vor Gericht gestellt werden, wie das Justizministerium in Rom berichtete. <BR /><BR />Die Ermittler schließen nicht aus, dass Turetta zusätzlich Vorbedacht – was bedeutet, dass der Mord geplant war – zur Last gelegt werden wird. Der Student befindet sich derzeit in einer Einzelzelle in der Strafanstalt der Stadt Halle im Bundesland Sachsen-Anhalt, wo er auf die Auslieferung in die Heimat wartet; in der Haftanstalt steht er unter permanenter Beobachtung. <BR />