In Österreich leben und wirken über 100 Franziskaner. Wie in der sie umgebenden Gesellschaft sind etwa 10% davon bezüglich der Coronamaßnahmen skeptisch bis ablehnend. Schreibt P. Fritz Wenigwieser ofm in einer Stellungnahme im „Antonius“ (1/2022). Das stelle einen Oberen vor Herausforderungen menschlicher aber auch organisatorischer Art. <BR /><BR />„Menschen mit anderer Meinung sind aber keine Verlierer oder 'Loser'“, sagt der seit Mai 2021 amtierende Provinzialminister und formuliert den Grundsatz für seine Provinz: „Einerseits fordern die Oberen unserer Gemeinschaften von allen Mitgliedern die Einhaltung von Mindestabmachungen. Anderseits sind wir dazu angehalten, das Gespräch mit Andersdenkenden niemals abreißen zu lassen.“<BR /><BR /> Insofern Maßnahmen gegen die Pandemie auch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung sind, stellt sich gerade auch in Österreich zunehmend die Frage, wie die Meinungsfreiheit in die Kirche passt. Ist es legitim oder vielleicht sogar notwendig, dass Amtsträger sich öffentlich gegen Maßnahmen wie die Impfpflicht engagieren? Der international bekannte Fundamentaltheologe und Philosoph, P. Dominikus Kraschl ofm, erklärt aus theologischer Sicht, unter welchen Umständen ein Bischof oder Oberer Grenzen setzen kann, soll oder sogar muss. <BR /><BR />Ein Bischof müsse „eine Einschränkung des prinzipiellen Rechts auf freie Meinungsäußerung gewissenhaft geprüft haben“, schreibt Kraschl im „Antonius“. Und stellt aber fest: „Zur Leitungsverantwortung gehört das Recht und bisweilen auch die Pflicht, praxisbezogene Regelungen zu erlassen und über ihre Einhaltung zu wachen“.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="730802_image" /></div> <BR /><BR /> Große Glaubenspersönlichkeiten wie die heilige Elisabeth zeichneten sich durch bedingungslose Hinwendung zu Kranken und Armen hin aus. Dass diese Nächstenliebe selbst bei hochansteckender Pestgefahr kein Gegensatz zu Vernunft und Vorsicht war, zeigt P. Johannes Schneider. Außerdem nehmen im Heft Franziskaner aus so gut wie allen Teilen Österreichs zu der Frage Stellung, was denn nun die größte Herausforderung für die Gesellschaft, für sie selbst und für ihre Brüder sein wird. „Wir alle haben jetzt vor allem eine Aufgabe: Wir müssen Brücken bauen und Emotionen abbauen“, sagt u.a. P. Josef Höller ofm, Guardian und Pfarrer in Graz.<BR /><BR />Das Heft „Antonius. Franziskanisches Magazin für Evangelisierung und Leben“ ist in allen Franziskanerkirchen in Österreich und Südtirol erhältlich. In 18 Niederlassungen in 8 Bundesländern und Südtirol leben und wirken über 100 Franziskaner. Seit dem Provinzkapitel 2020 steht ihnen P. Fritz Wenigwieser als Provinzialminister vor.