Montag, 02. Dezember 2019

Gleicher Schmerz, ungleicher Schadenersatz

Wie wird ein Gesundheitsschaden in Euro bemessen? Und wie der Schmerz einer Frau, deren Mann bei einem Unfall stirbt? Das hängt ganz davon ab, ob man sich dies- oder jenseits des Brenners verletzt oder stirbt. In Italien, also auch in Südtirol, sind die zugesprochenen Schadenssummen um ein Vielfaches höher als in Österreich oder Deutschland. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

In Italien gibt es mehr Schadenersatz als in Österreich.
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In Italien gibt es mehr Schadenersatz als in Österreich. - Foto: © dpa-tmn / David-Wolfgang Ebener

Ein konkretes Beispiel: Ein Neugeborenes hat in einem Südtiroler Spital bei der Geburt einen irreparablen Gehirnschaden erlitten und wird sein Leben lang ein schwerer Pflegefall bleiben.

Die Schlichtungsstelle für Arzthaftungsfragen schlug 2 Millionen Euro Schadenersatz vor (wir berichteten), die Eltern verlangten 5 Millionen Euro. Der Fall behängt noch vor Gericht.

„Die höchste in Österreich je zugesprochene Summe betraf den Fall eines 9-jährigen Kindes, das seit dem zweiten Lebensmonat aufgrund eines Arztfehlers an einer irreparablen Hirnschädigung litt, mit absoluter Immobilität, lebenslanger Pflegebedürftigkeit, völlig verzerrten Sinneswahrnehmungen und Sprechunfähigkeit“, sagt Prof. Gregor Christandl, Leiter des Instituts für Italienisches Recht an der Universität Innsbruck.

„Beantragt wurden 400.000 Euro, zugesprochen wurden vom Landesgericht Innsbruck 2016 schließlich 250.000 Euro.“


lu