Das angebotene Strafmaß liegt – je nach Rolle der fünf Personen in der mutmaßlich kriminellen Vereinigung – zwischen zwei Jahren und neun Monaten und drei Jahren und vier Monaten Haft. Der zuständige Mailänder Staatsanwalt soll bereits sein Einverständnis signalisiert haben. <BR /><BR />Nun obliegt es dem Vorverhandlungsrichter, zu entscheiden, ob die jeweiligen Strafen angemessen sind und – falls ja – die Vergleiche abzusegnen. Dies könnte bereits am kommenden Montag geschehen, für den 27. Oktober ist in Mailand ein weiterer Gerichtstermin angesetzt. <BR /><BR />ie Bozner Rechtsanwälte Federico Fava und Miki Eritale vertreten 111 Südtiroler, die sich als Nebenkläger in das Verfahren eingelassen haben. Sie können den erlittenen Schaden im Anschluss in einem Zivilverfahren geltend machen. <BR /><BR />Zwischen 15.000 und 200.000 Euro sollen die betroffenen Südtiroler der Global Group Consulting anvertraut haben – insgesamt rund eine Million Euro. Im Trentino beklagten knapp 200 Personen sogar einen Gesamtschaden von rund vier Mio. Euro. <BR /><BR />Laut Anklage habe die Global Group Consulting mit Hauptsitz in Paris und Niederlassungen in ganz Italien – unter anderem auch in Pergine Valsugana im Trentino – ihre Kunden mit der Aussicht auf hohe monatliche Renditen geködert. <BR /><BR />Über ein dichtes Netz von Vermittlern seien die Kunden überzeugt worden, ihr Geld in Goldbarren anzulegen, die sie bei der Firma Private Gold kaufen sollten. Diese sei jedoch den Ermittlungen zufolge keine eigenständige Firma gewesen, sondern habe zur selben Gruppe wie die Global Group Italia in Mailand gehört. <BR /><BR />In der Folge habe man den Kunden künftige Investitionen in pharmazeutische Produkte in Aussicht gestellt, auch hier mit sehr hohen Erträgen. Allerdings: Der Großteil dieser Investitionen sei nie getätigt worden. Vielmehr habe es sich bei den „Renditen“ – in jenen Fällen, in denen sie ausbezahlt wurden – um Geld gehandelt, das neue Kunden der Global Group übergeben hätten. <BR /><BR />Den Erhebungen der Mailänder Staatsanwaltschaft zufolge habe die Global Group zwischen 2019 und 2024 italienweit rund 89 Mio. Euro kassiert. Das System brach schließlich zusammen, als einige Kunden Rechenschaft über ihre Investitionen forderten. Im Jänner vorigen Jahres verhaftete die Finanzpolizei die fünf Verdächtigen und beschlagnahmte 131 Goldbarren sowie 23 Mio. Euro.