4 Tage „Sustainability Days“ haben den Südtiroler Steuerzahler 2,3 Millionen Euro gekostet. „Für schwach besuchte Veranstaltungen – ohne Mehrwert“, kritisiert Alex Ploner vom Team K. Denn „im Wesentlichen haben die Damen und Herren nichts gesagt, was wir nicht schon wüssten.“<BR /><BR />Und das scheinen sich auch die Südtiroler bereits im Vorfeld gedacht zu haben – und sind erst gar nicht hin. 4 „Nachhaltigkeitstage“ haben gerade einmal 2000 Besucher in die Messe nach Bozen gelockt, täglich 500 Personen, die sich auf rund 10 Veranstaltungen am Tag aufteilten. Bei Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro hat jeder Besucher vor Ort 1150 Euro gekostet. Zugegeben, es sollen sich laut IDM (die als offizieller Veranstalter fungiert haben dürfte) auch noch 10.000 Personen das ein oder andere Event live angesehen haben. <BR /><BR />„Ein Flop“ urteilt Alex Ploner und das mit exorbitanten Kosten, die für Ploner, der selbst aus der Eventbranche kommt, nicht nachvollziehbar sind . Er hat daher die detaillierte Auflistung der Kosten angefordert – und nebenstehende, karge und wenig durchsichtige Auflistung bekommen, bei der selbst er als Experte nur vermuten kann, welche Posten sich hinter den Schlagworten verbergen. Vergleichsweise einfach ist da der Posten „Technologie“, etwa für Live-Übertragungen etc.<h3> Vereine müssen kostenlos mithelfen</h3> Unter dem Posten Catering dürfte sich laut Ploner hauptsächlich das Gala-Menü verbergen. Doch dann wird es schon schwieriger: „Location und Messebau“ – 300.000 Euro für 4 Tage in einem „kleinen Bereich der Messe und ein paar Stühle“ ist für Ploner schlicht zu teuer. Zudem fragt er sich, was dann noch unter „Bespielung Event“ für 600.000 Euro übrig bleibt. „Eventuell die Simultanübersetzer?“ – es bleibt beim Rätselraten. <BR /><BR />Die bundesdeutschen Agenturen, die für die Bewerbung des Events und die Betreuung der Referenten engagiert wurden, könnten sich unter „communication und side events“ verbergen. „Side events habe ich nicht viele gesehen, und Südtiroler Vereine, die da mit dabei waren, mussten kostenlos mitarbeiten“, weiß Ploner. Und 200 Mitarbeiter des IDM einschließlich eines ganzen Stabes an Mitarbeitern im Landespresseamt waren anscheinend nicht in der Lage, die „Sustainability Days“ zu kommunizieren, wundert sich Ploner. <h3> „Goldene Referentenhonorare“</h3>Unklar auch der Posten „Beirat und Expertengremium“. Könnten sich da auch die Referenten-Honorare verstecken? Die sind laut der Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa ebenfalls durchaus „golden“. Aus einer Antwort auf ihre entsprechende Landtagsanfrage weiß sie, „dass Sabina Jeschke und David Wallace-Wells jeweils stolze 22.000 Euro, Daniela di Donno und Jane Goodall je 20.000 Euro und Clover Hogan immerhin noch 15.000 Euro“ erhalten haben. Dabei habe die Landesregierung in einem Beschluss genau festlegt, wie hoch die maximalen Stundensätze und Vergütungen für Referenten sein dürfen: Bei 600 Euro pro Referent und Veranstaltung ist maximal Schluss. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="812627_image" /></div> <BR />Das, so heißt es in der Antwort des Landeshauptmannes, gelte für „Aus-, Fort- und Weiterbildungsinitiativen“. Die Nachhaltigkeitstage seien jedoch als „internationale Austausch-Plattform für Wissenschaft, Politik und Stakeholders zur Förderung von nachhaltigen Lösungen im ländlichen Raum“ zu verstehen. <h3> „Internationale Preisstandards“</h3>„Der auf dieser Ebene stattfindende Wissenstransfer unterliegt internationalen Preisstandards“, so der Landeshauptmann. Zu denen sich dann auch noch die Kosten für Anreise und Unterbringung der Star-Referenten addieren. „Journalist Wallace Wells hatte wohl angeboten, das Ganze online zu machen, für nur 15.000 Euro. Das wurde abgelehnt“, wettert Ploner, für den das ins gesamte Bild der „Regierungs-Selbstbeweihräucherung“ passt. „Wenn die dann im Nachgang wenigstens eine konkrete Maßnahme im Sinne der Nachhaltigkeit setzen würde, ließe ich mir das ja noch angehen. Aber da kommt nichts“, kritisiert Ploner. <BR /><BR />Er jedenfalls will sich mit der lapidaren Kostenaufstellung nicht zufrieden geben und hat Akteneinsicht angefordert: „Ich will jede Rechnung und jeden Beleg, genauso, wie das auch jeder kleine Verein machen muss, wenn er Landesgelder beantragt.“