61 eingereichte Honige erhielten die Maximalpunktezahl von 110 und damit Gold – ebenso wie die 47 Honige mit 100 Punkten. Für 14 Honige gab es Silber und für drei Bronze. Ein Honig wurde aufgrund fehlender Voraussetzungen ausgeschlossen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1251282_image" /></div> „Besonders interessant ist, dass heuer auch reine Edelkastanienhonige auffallend hell sind, denn normalerweise sind sie dunkel“, erklärte Experte Andreas Platzer. „Warum das so ist, weiß man nicht. Die Qualität hat darunter aber nicht gelitten.“ Zudem habe das Können der Imker dazu beigetragen, dass der Wassergehalt des Honigs trotz schwieriger Umstände nicht extrem viel höher sei als im Tophonigjahr 2024, lobte Platzer. <BR /><BR />Im Rahmen des Abschlusses der gut besuchten Euregio-Honigbewertung gab es jedoch auch einen weiteren Grund zum Feiern: die Urkundenverleihung an die ersten spezialisierten Imker Italiens – in Österreich wären sie Imkermeister. <b>Andreas Bernard, Klaus Blasbichler, Rosa Irene Fellner, Matthias Forcher, Rupert Gallmetzer, Werner Helfer, Christian Kessler, Hans Klammer, Patrick Leonardi, Elmar Micheli, Werner Pirpamer, Florian Reisinger, Maximilian Trafoier</b> und<b> Ulrich Weiss</b> haben diese Berufsqualifikation mit Fleiß und Einsatz erreicht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1251285_image" /></div> „Alle Kursteilnehmer haben die Ausbildung mit großem Interesse absolviert und ernst genommen sowie die Abschlussprüfung mit Bravour bestanden“, sagte Kursleiter Platzer, nachdem die Urkunden an die Berufsimker verteilt worden waren. <BR /><BR />Zufrieden war auch Südtirols Imkerbund-Landeschef Christian Trafoier, der sich unter anderem über das Kommen von Landesrat Luis Walcher und von Raffaele Cirone, Präsident des italienischen Imkerbundes, freute: „Diese Honigbewertung war eine gute Gelegenheit, die Imker und Imkerinnen zu unterstützen und Honigmerkmale hervorzuheben.“ Man habe einmal mehr beweisen können, dass der reine, rohe und regionale Honig von bester Qualität sei. <BR /><BR />Ziel sei es, die Bewertung nun in regelmäßigen Abständen auszutragen. Ausbaufähig sei die Teilnehmerzahl bei etwa 8.000 Imkern und Imkerinnen in der Europaregion, betonte der Imkerbund-Chef.<BR /><h3> Lob aus dem Süden</h3>Ausbildung, wirtschaftlicher Druck, Honigqualität und die Bedeutung der Zusammenarbeit sind wichtige Themen in der Imkerei: Raffaele Cirone, Präsident des italienischen Imkerbundes, spricht im Interview darüber. <BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz> <Frage>Herr Präsident, Südtirol hat die ersten spezialisierten Imker in Italien. Hinkt man hier auf Staatsebene nach?</Frage><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Raffaele Cirone: Diese Initiative ist interessant und innovativ, allerdings handelt es sich um einen Ausbildungsweg und Abschluss, der nur von der Provinz Bozen anerkannt wird. In Italien wird die verpflichtende Ausbildung der Imker vom Staat geregelt, der das von der EU vorgesehene System zur Identifikation und Registrierung von Tieren anwendet. Alle Imker mit mehr als zehn Bienenvölkern, die für den Verkauf produzieren, müssen bis Ende 2026 einen verpflichtenden Kurs absolvieren. Von einem Rückstand würde ich daher nicht sprechen: Die Berufsfigur des Bienenexperten wurde bereits 1926 eingeführt und ist heute in vielen Regionen als Fachtechniker für Imkerei neu definiert. Sicherlich wäre es sinnvoll, all diese Initiativen anhand allgemeiner Kriterien zu vereinheitlichen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72749779_quote" /><BR /><BR /><Frage>Ist die Imkerei aus wirtschaftlicher Sicht interessant?</Frage><BR />Cirone: Früher war sie das, heute leider nicht mehr. Wirtschaftlich zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, ist für Imkereibetriebe ein schwer erreichbares Ziel. Unsere Branche leidet unter dem Klimawandel, unlauterem Wettbewerb durch importierten Honig, der zu Dumpingpreisen verkauft wird, sowie unter dem Risiko von Verfälschungen. Es braucht strengere Kontrollen der Warenströme an den Grenzen, aber auch eine gemeinsame Agrarpolitik, die das Einkommen professioneller Imkereibetriebe gezielt unterstützt. <BR /><BR /><Frage> <KeinAbsatz></KeinAbsatz>Was sagen Sie zur Qualität der bewerteten Honige und zur Euregio-Zusammenarbeit?</Frage><BR />Cirone: Der Euregio-Honigwettbewerb hat den Reichtum der alpinen Biodiversität sowie die Fähigkeit der Imker aufgezeigt, auch in hoch gelegenen Gebieten Imkerei zu betreiben. Obwohl die Wettbewerbsordnung sehr strenge Qualitätsstandards verlangte, gab es viele Honige mit Höchstbewertungen. Die Euregio ist eine Makroregion. Sie sollte uns dazu anregen, über die Bedeutung und den Nutzen praktischer – nicht nur theoretischer – Zusammenarbeit nachzudenken. Bienen fliegen über Grenzen hinweg, und Imker verfügen über eine Offenheit, wie sie nur wenige andere Berufsgruppen kennen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72749903_quote" /><BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz> <Frage>Der Südtiroler Imkerbund ist der größte Verband innerhalb des staatlichen Verbandes. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?</Frage><BR />Cirone: Der <Apotheke></Apotheke>Imkerbund ist eine tragende Säule, ein Beispiel organisatorischer Effizienz, ein Vorbild, das uns inspiriert, weil es der Struktur eines Bienenvolkes entspricht und zugleich den Bedürfnissen der zahlreichen Obstbauern in Südtirol gerecht wird. <BR /><BR /><BR /><Frage>Welche Probleme belasten die Imkerei auf Staatsebene?</Frage><BR />Cirone: Der Mangel an geeigneten Trachtflächen ist das größte Problem: Es fehlen ausreichende Blühpflanzen mit Nektar- und Pollenwert. Die klimatischen Bedingungen zwingen uns zudem zu enormen Opfern, und die Feinde der Bienenvölker werden zahlreicher und gefährlicher. Die Bienen am Leben zu erhalten und sie unter guten Gesundheitsbedingungen leistungsfähig zu machen, ist die größte Herausforderung. Die Arbeit der Imker ist angesichts dieser Widrigkeiten fast heroisch. Und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfordert größten Respekt gegenüber den Bienen: Behandlungen in der Blütezeit sind verboten, und das dürfen wir nie vergessen, denn Bienen spielen in der Landwirtschaft eine unverzichtbare Rolle für die Bestäubung und für hochwertige Erträge.