<b>Sind Goldschakale auch in Südtirol verbreitet?</b><BR />Dominik Trenkwalder: Wir haben kein systematisches Monitoring für Goldschakale. Im Zuge von anderen Monitorings werden uns aber immer wieder Sichtungen gemeldet. Auch Jäger und Jagdaufseher berichten uns, dass sie Goldschakale gesehen haben. Wir wissen die genaue Anzahl nicht, aber wir wissen, dass es einige Familienverbände gibt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63989762_quote" /><BR /><BR /><b>Was sind die Hotspots?</b><BR />Trenkwalder: In den vergangenen Jahren hat es hauptsächlich Nachweise im Norden Südtirols gegeben: in Freienfeld, in Sterzing, aber auch in Brixen, Natz-Schabs, Vintl und Mühlwald. Vermehrte Sichtungen gab es in den letzten Monaten im Ahrntal. Im vergangenen Jahr hat es 5 Straßenunfälle mit Goldschakalen gegeben, bei denen diese getötet wurden.<BR /><BR /><b>Werden es immer mehr?</b><BR />Trenkwalder: Ja, Goldschakale breiten sich in ganz Europa aus, auch in Südtirol. Sie sind sehr anpassungsfähig und ernähren sich von allen Tieren, vor allem von kleineren Säugetieren, von Hasen bis hin zu Mäusen, aber von auch Amphibien und Insekten. Hauptbeute des Goldschakals ist das Reh. Vor allem Rehkitze werden vom Goldschakal gerne erbeutet.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63989766_quote" /><BR /><BR /><b>Warum breitet er sich immer mehr aus?</b><BR />Trenkwalder: Der Goldschakal ist sehr anpassungsfähig. Es gibt Untersuchungen die das Ausbreiten des Goldschakals in Mitteleuropa mit den Klimaveränderungen, allen voran die milderen Winter, in Verbindung bringen. <BR /><BR /><b>Richten Goldschakale viel Schaden an?</b><BR />Trenkwalder: Das Schadensausmaß ist nicht so groß wie bei Wölfen. Sie reißen auch Schafe, aber nicht so häufig. Das Beutespektrum des Goldschakals ist aufgrund seiner Größe ein anderes. 2023 haben wir gar keinen Riss an Nutztieren registriert. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63990211_quote" /><BR /><BR /><b>Dürfen sie geschossen werden?</b><BR />Trenkwalder: Nein, bei Goldschakalen handelt es sich um eine geschützte Art. Eine Bejagung ist bei uns aktuell nicht vorgesehen. In Ländern, etwa Österreich, werden sie in einigen Bundesländern bejagt.<BR /><BR /><b>Für Menschen sind sie aber ungefährlich?</b><BR />Trenkwalder: Ja, der Goldschakal ernährt sich vor allem von kleineren Säugetieren. Der Mensch fällt nicht in sein Beutespektrum. Der Goldschakal kann aber, so wie auch der Fuchs und andere Hundeartige, Träger von für den Menschen potenziell gefährlichen Krankheiten sein, zum Beispiel Bandwürmer oder Tollwut. Italien ist aber länger schon Tollwut frei. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63990216_quote" /><BR /><BR /><b>Was zeichnet diese Tiere aus?</b><BR />Trenkwalder: Goldschakale sind größer als Füchse. Sie werden sehr häufig mit Füchsen verwechselt. Das ist auch ein Grund, warum wenig Goldschakale gemeldet werden. Für einen Laien ist es auch sehr schwierig Goldschakale von Füchsen zu unterscheiden.<BR /><BR /><b>Was sind die größten Unterschiede?</b><BR />Trenkwalder: Goldschakale sind größer als Füchse und kleiner als der Wolf. Sie haben ein typisches rotbräunliches Fell und kürzere Beine, sowie eine kürzere Schnauze als der Wolf. Übrigens ist der Wolf der größte Feind des Goldschakals. Es gab auch schon einen Riss eines Goldschakals durch einen Wolf in Südtirol. Goldschakale meiden deshalb Gegenden wo sich Wölfe herumtreiben.<BR />