Dienstag, 28. April 2015

Gouverneur ruft Notstand aus: Baltimore brennt

Nach dem Tod eines jungen Schwarzen erfasst eine Welle der Gewalt die US-Metropole Baltimore. Gebäude werden angezündet, Geschäfte geplündert. Nun soll die Nationalgarde helfen, die Lage zu befrieden.

Foto: © APA/EPA

Ausnahmezustand in Baltimore: Nach gewaltsamen Ausschreitungen in der US-Metropole hat der Gouverneur von Maryland den Notstand ausgerufen und die Nationalgarde nach Baltimore entsandt.

In der Nacht zum Dienstag waren die zunächst friedlichen Proteste wegen des Todes eines jungen Schwarzen in Polizeigewahrsam in offene Gewalt umgeschlagen. Gebäude gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert, Polizisten mit Steinen angegriffen. Als Reaktion wurde über die Stadt an der US-Ostküste eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

„Die schwersten Unruhen seit Jahrzehnten“

Die Polizei sprach von den schwersten Unruhen in der Metropole seit Jahrzehnten. Augenzeugen meinten, Teile der Stadt seien in eine „Kriegszone“ verwandelt worden.

dpa-Reporter berichteten von vermummten Jugendlichen auf den Straßen, Rauch ziehe durch Straßenzüge, Hubschrauber kreisten am nächtlichen Himmel. Tausende Polizisten waren im Einsatz, es gab mehr als zwei Dutzend Festnahmen.

Junger Schwarzer zu Grabe getragen

Nur Stunden zuvor war der 25-jährige Afroamerikaner Freddie Grays zu Grabe getragen worden. Gray war am 12. April festgenommen worden, wenig später erlitt er in Polizeigewahrsam eine Rückenmarkverletzung. Nach Angaben der Behörden fiel er später ins Koma und starb am 19. April im Krankenhaus.

Einzelheiten seines Todes liegen noch immer im Dunklen. Die beteiligten sechs Polizisten wurden zunächst vom Dienst suspendiert. Das Justizministerium leitete Ermittlungen ein.

dpa

stol