Wie lange dies noch so bleiben wird, ist fraglich. Die Familie Künigl denkt an einen Verkauf des Schlosses. Nicht aus freien Stücken. „Es sind Erbschaftsangelegenheiten, die uns wohl zu diesem Schritt zwingen werden“, sagt Eigentümer Erich Graf Künigl. In einem ersten Schritt habe man das Schloss, das samt Inventar unter Denkmalschutz steht, dem Land angeboten, das ja auch ein Vorkaufsrecht habe.Dort sei der mögliche Verkauf des Schlosses zwar sehr bedauert worden, doch einem Kauf zugesagt habe man nicht.„Es tut mir sehr leid, wenn Schloss Ehrenburg veräußert werden muss. Die momentane Haushaltslage, die Sparen an allen Ecken und Enden gebietet, lässt es aber einfach nicht zu, dieses Schloss zu erwerben“, sagt Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur.„Wir haben Landeskonservator Leo Andergassen und Siegfried de Rachewiltz mit einer Schätzung des Inventars beauftragt. Dieses allein wird auf über drei Millionen Euro geschätzt. Hinzu kämen die Kosten für das Schloss selbst. Ich bin mir der geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Bedeutung dieser Anlage sehr wohl bewusst und es schmerzt mich, dass das Land das Schloss nicht erwerben kann, aber es ist, wie schon gesagt, in der derzeitigen Situation einfach nicht möglich“.Auch Landeshauptmann Luis Durnwalder bedauert. Der Kauf des Schlosses würde viel Geld kosten. Das Geld aufzubringen, wäre nicht einfach, aber noch nicht das größte Problem, sagt er. Das große Problem sei, dass man nicht wisse, was man im Schloss unterbringen, für welche Nutzung man den Kauf verantworten könne. Er habe das Thema mit den Landesräten besprochen, aber auch sie hätten keine Lösung aufzeigen können, mit denen man den Kauf des Schlosses in Zeiten wie diesen rechtfertigen könne. „Schloss Ehrenburg ist ein Juwel und ein geschichtlicher und kunstgeschichtlicher Schatz nicht nur für Ehrenburg, sondern für das ganze Pustertal und ganz Südtirol“, sagt der Kiener Bürgermeister Reinhard Niederkofler.Sollte das Schloss in private Hände übergehen, die es dann möglicherweise nicht mehr zur Besichtigung öffnen, wäre dies mehr als nur schade, meint er und verweist auf die vielen Gäste, die es oft nicht bei einem einzigen Besuch belassen, sondern immer wiederkehren.Das Schloss sei in einem guten Zustand und könne ohne dringende große Investitionen übernommen werden, meint er. Er will sich noch nicht damit abfinden, dass sich- wenn es zu einem Verkauf kommen sollte – nicht doch noch das Land den Zuschlag sichert.Eine andere Lösung würde, so vermutet er, auch in weiten Teilen der Bevölkerung auf wenig Verständnis stoßen, denn für viele würde dann auch das Verhältnis nicht mehr stimmen zwischen dem, was zur Förderung moderner Kunst ausgegeben wird und dem, was man für den Erhalt eines so prägenden geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Zeugnisses zu tun bereit ist.Die Gemeinde Kiens wäre auch bereit finanziell etwas mitzuhelfen, schließlich sei Kiens eine Gemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von nur 60 Euro, so dass man schon etwas tun könne und dann Zeit hätte, über die Zukunft des Schlosses nachzudenken, meint er. ru