Mittwoch, 11. Mai 2016

Grafing: Mutmaßlicher Täter war zuvor in Klinik

Nach der tödlichen Messerattacke am Bahnhof von Grafing bei München sind weitere Details zum Gesundheitszustand des mutmaßlichen Täters bekanntgeworden. Demnach ließ sich der 27-Jährige nur zwei Tage vor der Bluttat in einer Klinik stationär behandeln.

Sämtliche Blutspuren wurden mittlerweile entfernt - der Schock über die Attacke in Grafing bleibt jedoch in der Bevölkerung bestehen.
Sämtliche Blutspuren wurden mittlerweile entfernt - der Schock über die Attacke in Grafing bleibt jedoch in der Bevölkerung bestehen. - Foto: © APA/DPA

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach der junge Mann auf Anraten seiner Großeltern wegen seelischer Probleme einen Tag in einem Krankenhaus in Gießen zubrachte. Doch schon Montag früh habe er die Klinik wieder verlassen.

Nach Informationen der „tz“ (Mittwoch) hatten die Großeltern noch am Wochenende erfolglos versucht, dass ihr Enkel in eine psychiatrische Klinik kommt. Die Zeitung zitiert den Großvater: „Wir haben die Polizei gebeten, ihn in eine Klinik einzuweisen. Aber die Beamten lehnten das ab.“ Sie sahen wohl keine Eigen- oder Fremdgefährdung bei dem 27-Jährigen. Immerhin ließ sich der junge Mann von seinen Großeltern ins Krankenhaus bringen, das er tags darauf aber verließ.

Die Staatsanwaltschaft wollte erst kurz vor dem Termin beim Ermittlungsrichter am Mittwochnachmittag entscheiden, ob sie Haftbefehl oder die Unterbringung in einer Nervenklinik beantragen wird. „Das ist noch nicht geklärt“, sagte Heidenreich.

apa/dpa

stol