<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Es ist das Wochenende von Allerheiligen und Allerseelen. Auf den Gräbern wurden bunte Blumen niedergelegt, Kerzen brennen. Wenigstens für einen Moment ist es so, als würden die Uhren etwas langsamer laufen, als würden die Menschen aus ihrem Hamsterrad aussteigen und das Streben nach Erfolg und Anerkennung beiseitelassen. <BR /><BR />Der Blick wird nicht nach vorne, sondern nach hinten und in vielen Fällen auch ein bisschen nach innen gelenkt. Erinnerungen werden wach, die Gefühlswelt verschafft sich Raum und oftmals klaffen alte Wunden wieder auf. Manchmal ist es die Traurigkeit, die nun das Ruder übernimmt, manchmal auch einfach nur die Melancholie, die über das Leben und das, was wirklich zählt, nachdenken lässt. <BR /><BR />Spätestens, wenn der November Einzug hält, beginnt für viele jene Zeit im Jahr, in der die Lebensfreude in die zweite Reihe tritt. Negative und belastende Gedanken sind an der Tagesordnung, die Motivation zur Verwirklichung großer Projekte schwindet und an manchen Tagen ist die Vorstellung, sich ganz tief unter der Bettdecke zu verkriechen und erst wieder vor die Tür zu treten, wenn die Natur einmal mehr zu neuem Leben erwacht, durchaus verlockend. <BR /><BR />Zugleich kommen oftmals Zweifel auf und beunruhigende Fragen werden laut: Was ist denn plötzlich los mit mir? Eben noch erschien mir das Leben bunt und voller Farben und nun auf einmal ist alles grau. Muss ich mir etwa Sorgen machen? Und was, wenn das Ganze in eine Depression ausartet? <h3> Keine Angst, um Hilfe zu fragen</h3>Eines sei an dieser Stelle vorweggenommen: Sollte die Belastung tatsächlich immer schlimmer oder gar nahezu unerträglich werden, so ist es keine Schande, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil. Gerade weil psychische Leiden von außen nicht sichtbar sind, sollten sie ernst genommen und keinesfalls kleingeredet werden.<BR /><BR /> Ein vorübergehendes Gefühl von Trägheit und ein Anflug von Schwere sind jedoch nicht automatisch Anzeichen einer Krankheit. Und ebenso wenig sollten sie zwanghaft bekämpft und unterdrückt werden. Denn auch negative Gedanken und Gefühle gehören zum Leben und dürfen ihren Platz haben. <BR /><BR />Wer sich zwingt, alles Bedrückende zu verdrängen, schadet sich auf Dauer selbst. An der sogenannten toxischen Positivität kann man nämlich genauso gut zerbrechen wie an wirklich existierenden Problemen.<BR /><BR /> Was tatsächlich hilft, uns über schwierige Zeiten hinwegzutragen, ist viel eher das Vertrauen darauf, dass auch nach dem heftigsten Regen irgendwann wieder die Sonne zum Vorschein kommt. Zugegeben, die Vorstellung erscheint manchmal unwirklich und paradox. Doch die Realität belehrt uns eines Besseren – wenn wir bereit sind, es zuzulassen.<BR /><h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.