Montag, 13. April 2015

"Grenzt an ein Wunder": Mann überlebt zehn Stunden unter Lawine

Nach einem Lawinenabgang im Tiroler Gschnitztal hat ein Verschütteter am Sonntag bis zu zehn Stunden unter den Schneemassen überlebt.

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Während der 23-Jährige bei seiner Bergung ansprechbar war, kam für seinen Begleiter, einen 27-jährigen Deutschen, jede Hilfe zu spät. Für Alpinmediziner Hermann Brugger ist die Wahrscheinlichkeit, so lange unter den Schneemassen zu überleben, „äußerst gering“.

„Grenzt an ein Wunder“

„Es grenzt an ein Wunder“, meinte der Leiter des Instituts für Alpine Notfallmedizin an der EURAC in Bozen am Montag im Gespräch mit der APA.

Das Wichtigste, um eine derartige Zeitspanne zu überleben, sei die Sauerstoffzufuhr. „Es braucht eine Verbindung zur Außenwelt“, erläuterte der Experte. Das müsse auch in diesem Fall so gewesen sein, denn ohne offene Atemhöhle sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 20 Minuten rapide ab.

Generell liege die Wahrscheinlichkeit, eine Verschüttung länger als zwei Stunden zu überleben, bei drei bis zehn Prozent. Referenz seien die im Alpenraum erhobenen Lawinenunfälle.

Vater setzte Rettungskette in Gang

Wann es genau zu dem Lawinenabgang kam, war zunächst unklar. Die beiden in Innsbruck wohnhaften Tourengeher hatten sich am Sonntag gegen 11.00 Uhr zum letzten Mal telefonisch gemeldet, sagte ein Polizist der APA: „Dann dürften sie abgefahren sein“.

Weil die beiden bis am Abend nicht mehr erreichbar waren, setzte der Vater die Rettungskette gegen 18.30 Uhr in Gang. Bei einem Suchflug mit dem Hubschrauber des Innenministeriums wurde schließlich ein Lawinenkegel im Bereich der Sandesalm in einer Höhe von rund 1.900 Metern gesichtet.

apa

stol