Montag, 19. November 2018

Grenzüberschreitender Lawinenwarndienst

Die Lawinenwarndienste der Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino haben sich zusammengeschlossen, um in Zusammenarbeit mit der Europaregion und dem Institut für Geographie und Regionalforschung an der Universität Wien ein weltweit einzigartiges grenzüberschreitendes Projekt auszuarbeiten.

 Ab Beginn der Wintersaison wird die Öffentlichkeit auf Deutsch, Italienisch und Englisch täglich über die Lawinensituation in der gesamten Europaregion informiert.
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Ab Beginn der Wintersaison wird die Öffentlichkeit auf Deutsch, Italienisch und Englisch täglich über die Lawinensituation in der gesamten Europaregion informiert. - Foto: © shutterstock

Dies sei ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Europaregion im Sinne der Menschen vernetzt, freuten sich Landeshauptmann Arno Kompatscher, sein Tiroler Amtskollege Günther Platter und der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti bei der heutigen (19. November) Vorstellung im Zivilschutzzentrum in Bozen.

Im Zentrum steht die gemeinsame Homepage, auf der eine interaktive Karte über Piktogramme immer weiter in die Materie hineinführt. Ab Beginn der Wintersaison wird die Öffentlichkeit auf Deutsch, Italienisch und Englisch täglich über die Lawinensituation in der gesamten Europaregion über den Webauftritt Lawinen.report, Valanghe.report, Avalanche.report informiert.

Die 3 Landeshauptmänner von links: Maurizio Fugatti (Trentino), Arno Kompatscher (Südtirol) und Günther Platter (Tirol). - Foto: DLife

Dienste für die Bevölkerung

Dieses großartige Projekt, unterstrich Euregio-Präsident Kompatscher, sei ein zentraler Dienst: Im vergangenen Winter wurden die Homepages der Lawinenwarndienste über 2,5 Millionen Mal besucht. „Der Euregio-Lawinenlagebericht zeigt, dass die Europaregion mit dem Europäischen Verbund für Territoriale Zusammenarbeit EVTZ dort angekommen ist, wo sie sein soll. Die Zusammenarbeit zwischen dem Euregio-Büro und den Lawinenwarndiensten ist vorbildlich. Gemeinsam ist es gelungen, was vor einigen Jahren noch nicht denkbar war", hob Kompatscher hervor.

Modell der Zusammenarbeit bietet konkrete Bürgerdienste

Der Euregio-Lawinenlagebericht begründet ein Modell der Zusammenarbeit, das schrittweise auf weitere Gebiete der Verwaltung ausgebaut wird. Dabei geht es um konkrete Bürgerdienste. Derzeit wird an einem Konzept für einen gemeinsamen Euregio-Wetterbericht gearbeitet.

„Mit diesem Leuchtturmprojekt der Euregio", betonte Tirols Landeshauptmann Platter, „setzen wir weltweit neue Maßstäbe im Bereich der grenzüberschreitenden Lawinenvorhersage: Mit der Bündelung der Erfahrung und des Wissens der Experten schaffen wir einen Gesamtüberblick, der für die Sicherheit der Wintersportler einen deutlichen Mehrwert bietet. Ich bin mir sicher, dass wir einen Meilenstein im Bereich der Lawinenvorhersage gesetzt haben."

Von den jährlich über 10 Millionen Gästen im Bundesland Tirol, hob Platter hervor, sind rund 700.000 Skitourengeher.

Auch der Beitrag der Sendung „Tirol Heute“ hat sich mit dem Thema befasst.

Proben bereits im vergangenen Winter

Im Trentino war der Dienst bereits im vergangenen Winter in einer kleineren Version erprobt worden und hatte eine Verdoppelung der Zugriffe auf die Homepage bewirkt.

Eine einheitliche Lawinenvorhersage, wies der Trentiner Landeshauptmann Fugatti hin, sei ein Signal für erhöhte Sicherheit und signalisiere auch Einheit.

Lawinen.report: Beginn mit Wintersaison

Die euregioweite Lawinenvorhersage der Lawinenwarndienste Tirols, Südtirols und des Trentino läuft mit der Wintersaison an und wird auch Karten zu Schnee- und Neuschneehöhe, Lufttemperatur und Wind beinhalten, erklärten die Leiter der Lawinenwarndienste Rudi Mair (Tirol), Michela Munari (Südtirol) und Alberto Trenti (Trentino) bei der heutigen Vorstellung.

Die Lawinenexperten der verschiedenen Regionen werden dabei durch ein Softwaresystem unterstützt, das Wetterstationsdaten, Beobachtungen, Schneeprofile und Lawinenereignisse der gesamten Region visualisiert und die Möglichkeit zur Eingabe der Lawinenvorhersage bietet.

3 Jahre Arbeit am Dienst 

Das Projekt im Detail dargelegt haben am Montag die beiden Koordinatoren Christoph Mitterer (fachliche Koordination) und Norbert Lanzanasto (Informatik) vom Tiroler Lawinenwarndienst. 3 Jahre lang war daran gearbeitet worden.

Standardisierte Schnittstellen zu Medien und sozialen Netzwerken sollen die Verbreitung der Lawinenvorhersage erleichtern. Alex Boninsegna von der Freien Universität Bozen war maßgeblich an der Adaptierung des Übersetzungstools von Italienisch auf Deutsch beteiligt.

stol/lpa

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