Dienstag, 20. September 2016

Griechenland: 2000 Jahre altes Skelett entdeckt

In einem antiken Schiffswrack im Mittelmeer haben Archäologen ein rund 2000 Jahre altes Skelett entdeckt. Die menschlichen Überreste seien Ende August vor der griechischen Insel Antikythera gefunden worden, berichtete das Wissenschaftsmagazin „Nature“.

Skelettfunde im Meer sind äußerst selten, meistens werden die Leichen weggespült oder von Fischen gefressen.
Skelettfunde im Meer sind äußerst selten, meistens werden die Leichen weggespült oder von Fischen gefressen. - Foto: © shutterstock

Mit Hilfe einer DNA-Analyse sollen jetzt mehr Informationen über den Toten ermittelt werden. Das antike Handelsschiff aus dem ersten Jahrhundert vor Christus war vermutlich in einem Sturm gesunken.

Mehrere Körperteile gefunden

Selten bleiben Skelette im Meer über Jahrzehnte erhalten, noch seltener über Jahrhunderte. „So etwas kannten wir bisher nicht“, sagte Brendan Foley, Meeresarchäologe am Woodshole Institut für Meereskunde in Massachusetts und einer der Leiter der Ausgrabung.

Das Skelett – ein Teil eines Schädels, 3 Zähne, 2 Armknochen, mehrere Rippen und 2 Oberschenkelknochen – wurde unter einer rund 50 Zentimeter dicken Schicht aus Sand und Tonscherben gefunden. „Die Knochen sehen nicht so aus, als wären sie 2000 Jahre alt“, sagte Hannes Schroeder, Experte für die Analyse alter DNA am Dänischen Museum für Naturkunde.

Vermutlich stammen die Überreste von einem jungen Mann. Die Forscher haben ihm schon einen Namen gegeben: Pamphilos. Dieser Name stand auf einem Weinbecher, der an dem Schiffswrack gefunden wurde.

Zustimmung für DNA-Test erforderlich

Erfreulich sei, dass am Schädel noch das sogenannte Felsenbein erhalten sei – ein Knochen, der das Innenohr umschließt, sagte Schroeder. Darin werde das Erbgut zumeist besser erhalten als in anderen Skelettteilen oder Zähnen, so dass es auch nach langer Zeit noch analysiert werden kann.

Die griechische Regierung muss einem DNA-Test noch zustimmen. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon Informationen über die Haar- und Augenfarbe sowie die Abstammung und die geografische Herkunft des Toten. Sollte Athen der DNA-Analyse zustimmen, wäre es die erste an einem Opfer eines Schiffsuntergangs in der Antike.

Das Wrack des Handelsschiffes in fast 50 Metern Tiefe war im Jahr 1900 von Schwammtauchern entdeckt worden. Damals wurde darin der sogenannte Mechanismus von Antikythera gefunden, ein hochkomplexes Modell des Sonnensystems. Es gilt als einzigartig für die Antike. Seither wurde das Wrack mehrfach untersucht, die jüngste Grabungskampagne läuft derzeit.

apa/afp

stol