Auch die Polizei musste eingreifen. <BR /><BR />Nach einem Brand im Mai 2023 wurde das denkmalgeschützte Gasthaus „Weißes Rössl“ in Gries am Brenner schwer beschädigt, der Dachstuhl brannte vollständig aus. Ein monatelanger Rechtsstreit zwischen dem Eigentümer und dem Denkmalamt über eine Notabdeckung blieb ohne Ergebnis. Regen, Schnee und Frost setzten der wertvollen Bausubstanz mit spätgotischem Gewölbe und getäfelten Stuben stark zu.<h3> Gerichtsurteil: Abriss innerhalb April</h3>Vor wenigen Wochen entschied das Landesverwaltungsgericht Innsbruck wie berichtet, dass das Wirtshaus seine Unterschutzstellung verliert und wegen akuter Einsturzgefahr bis 30. April 2025 vollständig abgerissen werden muss (siehe digitale Ausgabe). <h3> Frau stellt sich dem Abrissbagger entgegen</h3>Als vergangenen Mittwoch vor dem Traditionswirtshaus die Bagger auffuhren, um mit den ersten Abbrucharbeiten zu beginnen, kam es zu filmreifen Szenen: Mitglieder einer Bürgerinitiative wollten den Abriss verhindern. Eine Denkmalschützerin ging bis ans Äußerste und stellte sich dem Abrissbagger in den Weg. Die Polizei musste eingreifen. <BR /><BR />Am Tag danach gab es ähnliche Szenen, die Polizei ist vor Ort, um eine mögliche Eskalation zu verhindern. Die Denkmalschützerin stellt sich den Baggern wieder entgegen, wird von der Polizei aus dem Baustellenbereich begleitet.<BR /><BR /> Die Arbeiten wurden kurz darauf vorerst eingestellt, offenbar wegen der Notwendigkeit, eine Gasleitung abzusperren. Das berichtet der ORF Tirol unter Berufung auf einen Sprecher des Eigentümers.<h3> Bundesdenkmalamt ist gegen den Abriss</h3>Das Bundesdenkmalamt sieht das „Weißes Rössl“ trotz der Schäden als bedeutendes Kulturerbe und lehnt den vollständigen Abriss ab. Es hat daher einen Sicherungsantrag gestellt, der jedoch vergangenen Donnerstag von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck abgelehnt wurde. Dagegen legte das Amt Beschwerde ein. <BR /><BR />Das Bundesdenkmalamt ist der Auffassung, dass die Gefährdung durch gezielte Maßnahmen wie ein Betretungsverbot und bauliche Sicherungen behoben werden können, ohne das Gebäude abzureißen. <BR /><BR />Zudem betont das Denkmalamt in einer Pressemitteilung, dass der Abriss ohne seine Bewilligung nicht erfolgen dürfte und dass die Tiroler Bauordnung den Denkmalschutz nicht aushebeln dürfe.<h3> Bürgerinitiative gibt noch nicht auf</h3>Die Bürgerinitiative „Rettet das Gasthaus Weißes Rössl“ will noch nicht aufgeben – Sie ist der Ansicht, dass der Denkmalschutz noch immer besteht.<BR /><BR />Laut Medienberichten haben 2 Architekten Anzeige bei der Polizei erstattet und kündigten sie Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck und der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien. Wie der ORF Tirol berichtet, werfen die beiden Architekten dem Eigentümer und der Behörde vor, dass nicht alles rechtmäßig abgelaufen sei.<BR /><BR />Wie ein Sprecher des Eigentümers gegenüber dem ORF Tirol betonte, sei juristisch alles klar und korrekt abgelaufen, das Gerichtsurteil und frühere Bescheide seien eindeutig.