Donnerstag, 26. Oktober 2017

Gries: Protestaktion gegen das Verkehrschaos

In Gries fand am Donnerstagmorgen eine Protestaktion gegen das tägliche Verkehrschaos statt. Hunderte Menschen haben sich am Grieser Platz versammelt, um auf den täglichen Verkehrswahnsinn aufmerksam zu machen.

- Foto: DLife
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Die „Initiativgruppe Gries“ kämpft gegen den zunehmenden Verkehr im Stadtteil Gries. Sie und die Anwohner der verkehrsbelasteten Zone fordern eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Landesräten der Provinz Bozen und Stadträten von Bozen sowie den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden, damit endlich eine nachhaltige und effektive Verminderung der multiplen Beeinträchtigungen für die hier lebende Bevölkerung gefunden wird.

„Fast wöchentlich passiert ein Unfall, wo ein Kind verwickelt ist. Zum Glück ist noch nichts Gröberes passiert“, so eine besorgte Mutter, die in der Fagenstraße wohnt. Sie und viele andere Bewohner sehen tagtäglich die Autokolonnen, die sich durch Gries schlängeln. Das Chaos jeden Morgen und Abend ist perfekt, die Luftbelastung extrem“, so schreibt die Initiativgruppe Gries in einer Aussendung.

„So kann es nicht mehr weitergehen“

„So kann es nicht mehr weitergehen“, findet die Initiativgruppe, bestehend aus langjährig engagierten Anwohner, besorgten Eltern und Senioren.

Die Bewohner haben die eklatante Gefährdung von Fußgängern, Radfahrern, Kindern, die zur Schule gehen oder zum Kindergarten gebracht werden, satt (über 1.000 Kinder und Jugendliche über 14 Jahren tagtäglich). Ebenso die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, durch die stetig steigenden Abgasbelastungen und den stärker werdenden Lärm. Der Berufsverkehr in dieser Zone hat die Grenze des Zumutbaren längst überschritten, so die Initiativgruppe.

Institutionen ignorieren das Problem

Die verantwortlichen Institutionen hätten das Problem ignoriert. Die Anwohner würden vertröstet oder mit absurden Ampeleinführungen und -schaltungen wie in der Vittorio Veneto Straße beglückt. Der Initiativgruppe geht es nicht darum, den Verkehr auf andere Stadtviertel zu verlagern, sondern um eine Lösung für Bozen, für die Bewohnern dieser Stadt. „Das Problem muss von Seiten der Politik endlich ernst genommen und angegangen werden“, so lautet die Forderung.

Lösungsvorschläge gebe es viele:

  • Der Durchzugsverkehr von und nach Bozen über diese Straßen und den Grieser-Platz muss gestoppt und aus diesen intensiv bewohnten und begangenen Wohngebieten verbannt werden.
  • Dazu müssen PendlerInnen-Parkplätze z.B. am Krankenhaus und an den Bahn- und Bushaltestellen entlang der Zufahrtsstraßen nach Bozen bereitgestellt werden.
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen ausgebaut und deren Frequenzen erhöht werden.
  • Die Geschwindigkeit in diesen Wohnbereichen und anliegenden Wohnstraßen muss effizient kontrolliert und Überschreitungen ebenso effizient geahndet werden, ebenso das Missachten der Schülerlotsen oder der roten Ampeln.
  • Bei den an der Kreuzung Vittorio-Veneto-Straße, Mühlbachpromenade, Glaningerweg und Schmiedgasse angebrachten Ampeln müssen die Fußgängerbereiche weitaus besser gesichert und sichtbarer gestaltet werden. Außerdem müssen die Ampelphasen FußgängerInnen-freundlicher geschaltet werden.
  • Um den innerstädtischen Berufsverkehr in andere Bahnen zu lenken, müssen zusätzliche Radwege, z.B. entlang der Fagenstraße eingerichtet werden. Auch sollten die Einbahnregelungen in schmalen Wohnstraßen wie z.B. in der Schmiedgasse, Dreiheiligengasse u. a. m. für RadfahrerInnen in beide Richtungen freigegeben werden, und der Autoverkehr nur für AnrainerInnen genehmigt sein.
  • Die Gehsteige müssen vermehrt mit Abgrenzungen versehen und die FußgängerInnen- und RadfahrerInnen-Bereiche von parkenden Autos nachhaltig freigehalten werden.

stol

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