Mittwoch, 01. Juni 2016

Gries: Sensationsfund aus der Römerzeit

Einen Sensationsfund aus Archäologensicht hat das Landesamt für Bodendenkmäler beim Grieserhof in Bozen mit einem römischen Haus mit Säulenhalle, freigelegt. Der Fund wurde am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bei den Bauarbeiten am Grieserhof wurde ein römerzeitliches Gebäude aus dem 1. Jahrhundert nach Christus freigelegt.
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Bei den Bauarbeiten am Grieserhof wurde ein römerzeitliches Gebäude aus dem 1. Jahrhundert nach Christus freigelegt. - Foto: © STOL

Die Archäologin und Direktorin des Landesamts für Bodendenkmäler Catrin Marzoli bezeichnete die Ausgrabungen als Sensationsfund aus archäologischer Sicht: Erstmals sei in Bozen eine römerzeitliche Villa aus dem 1. Jahrhundert mit einer Säulenhalle nachgewiesen worden, so Marzoli.

Im Zentrum der Säulehalle habe es auch ein Wasserbecken gegeben, von dem Mosaikteile von ausgezeichneter Qualität erhalten seien, so die Archäologin. Die Funde, wie etwa zahlreiche Säulenfragmente aus Marmor, belegen die reiche architektonische Ausstattung der Villa, deren Mauern zum Teil noch bis zu einer Höhe von zwei Metern erhalten sind und sogar mit Fresken geschmückt waren.

Bisher wichtigster Fund von Pons Drusi 

Neben der Villa haben die Archäologen laut Marzoli erstmals in Bozen auch ein öffentliches Gebäude aus der Römerzeit, wahrscheinlich einen Tempel aus dem 1. Jahrhundert nach Christus entdeckt.

„Bei den Funden handelt es sich um die wichtigsten bisher freigelegten Funde von Pons Drusi, dem römerzeitlichen Bozen, das in jener Zeit ein bedeutendes Zentrum mit regen Handelskontakten war“, sagt Marzoli.

„Es ist wichtig, Funde wie diese für unsere Kinder zu erhalten, weil sie uns einen Blick in die Geschichte ermöglichen und die Entwicklung der Menschheit nachzeichnen und verstehen lassen“, unterstrich Landesrat Florian Mussner. Die Funde sollen überbaut und über eine Treppe allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

Sowohl Landesrat Mussner als auch Marzoli dankten der Elisabeth Stiftung, den Tertiarschwestern und den Planern des Altersheims für ihr Verständnis für die Grabungen.

lpa

stol