Die Initiativgruppe rund um Annamarie Huber will nicht zusehen, wie ein weiteres Stück Historie in Gries verbaut wird. Als einfache Bürgerin von Gries, „ohne Amt und Würden“, wie sie selbst sagt, hat sich Annamarie Huber mit dem Thema Grieser Stadel auseinandergesetzt – und sogleich einige prominente Unterstützer gefunden. <BR /><BR /><BR /><BR />„Wir sollten uns der Wurzeln des christlichen Abendlandes nicht ganz berauben lassen“, sieht Huber den ehemaligen Klosterstadel als Teil der Identität von Gries. „Es wurde bereits zu viel verbaut, obwohl Gries Gemeinschaftsräume eigentlich dringend nötig hätte“, betont Huber. Angefangen von einer Seniorenmensa über offene, generationenübergreifende Treffpunkte, mehr Platz für die Musikschule fehle in Gries einiges. <BR /><BR />Von der Initiative begeistern ließen sich unter anderem die Grieser Franz Tutzer (ehemaliger Direktor der Fachschule für Landwirtschaft), Karl Psenner, aber auch der Historiker Helmuth Rizzolli und Architekt Klaus Ausserhofer, der bereits eine Machbarkeitsstudie für den Stadel erstellt hatte. <BR /><BR />Historiker Rizzolli gelang es unlängst übrigens, mehr über die Baugeschichte des Grieser Stadels herauszufinden und zu belegen, dass die Ursprünge des Bauwerks bereits auf das Jahr 1769 zurückgehen. Rizzolli ist unter anderem Obmann des Heimatschutzvereins Südtirol, der seit jeher von der Bedeutung und identifikationsstiftenden Funktion des Gebäudes überzeugt ist. <h3> Wert des Gebäudes enorm gestiegen</h3>Seit Jänner hat das Grieser Komitee seine Tätigkeit intensiviert, denn die 6-Monats-Frist läuft: Im April muss die Landesverwaltung eine Entscheidung treffen und bekannt geben, ob eine Unterschutzstellung des Gebäudes erfolgen soll. „Wir haben am 17. Februar bei Landesrätin Hochgruber Kuenzer vorgesprochen und sind auch auf offene Ohren gestoßen“, zeigt sich Huber zuversichtlich. Allerdings weiß das Komitee auch, dass ein Erwerb des Stadels durch die öffentliche Hand mit hohem finanziellen Aufwand verbunden ist. Seit der kommissarischen Verwaltung von Michele Penta wurde der Stadel in den Wiedergewinnungsplan aufgenommen und seit dem Sommer ist dieser auch genehmigt. <BR /><BR />Der Bauherr, die Immobilia GmbH, die aus Diuk und Kloster Muri-Gries besteht, könnte ihr Bauprojekt umsetzen. Der Wert des Gebäudes ist seither immens gestiegen. Aber auch klosterintern hat sich die Stimmung unter Prior Pater Peter Stuefer gewandelt. An einer „sozial verträglichen Funktion des Gebäudes“ ist nun auch das Kloster interessiert. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53358511_quote" /><BR /><BR /><BR />Landeskonservatorin Karin Dalla Torre, die im September das Verfahren zur Unterschutzstellung des Grieser Stadels eingeleitet hat, erklärt, dass inzwischen 2 Bauhistorikerinnen damit beauftragt worden seien, den Bau systematisch zu analysieren. „Wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass der Stadel älter ist als angenommen. Das muss nun auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden“, sagt Dalla Torre. Dalla Torre ist aber (unabhängig vom Alter des Bauwerks) davon überzeugt, dass der Stadel erhaltenswert ist, da er dokumentarischen Wert für die Geschichte des stark landwirtschaftliche geprägten Gries habe. Formell muss die Landesregierung über eine Schutzbindung entscheiden.