„Ein Großteil der vorhandenen Bettenkapazitäten ist ausgelastet. In den vergangenen Wochen hat es kontinuierlich einen bis mehrere Intensiv-Patienten im Rahmen der Grippe gegeben.“ <BR /><BR />In Bozen ist vor allem die Notaufnahme wegen der vielen Grippe-Patienten unter Druck geraten. Alles sei aber unter Kontrolle, beruhigt der Sanitätsbetrieb. Alle Dienste können aufrechterhalten werden. <BR /><BR />Auch in Trient mussten wegen der Grippe zahlreiche Patienten ins Spital – 180 allein im Dezember, sie kamen in die Notaufnahme oder wurden in einzelnen Abteilungen versorgt, wie Geriatrie, Medizin und Pneumologie. <h3> Hausarzt Dr. Bossio: Hohes Fieber bis zu 40 Grad</h3>„Zu Weihnachten sind wahnsinnig viele Menschen wegen der Grippe im Bett gelegen“, berichtet der Lananer Hausarzt Dr. Domenico Bossio. „Die schlimme K-Variante, die erwartet wurde, ist auf jeden Fall da. Man hatte schon in Australien das Problem damit – und wir sind jetzt ein Spiegelbild davon.“ Typisch für die Grippe seien vier bis fünf Tage lang hohes Fieber – auch bis zu 40 Grad – und ebenso das hohe Ansteckungspotenzial – der Dominoeffekt: Sehr oft erwischt es nach und nach ganze Familien, wenn auch nicht immer in der gleichen Form. <BR /><BR />Wenn ein Patient nach drei oder vier Tagen Grippebeschwerden eine Verschlimmerung feststellt, dann sollte er den Hausarzt aufsuchen, rät Dr. Bossio. Auch wenn jetzt sehr viele Patienten im Bett liegen: Den „Höhepunkt“ der Grippewelle erwartet Dr. Bossio erst Ende Jänner oder Anfang bzw. Mitte Februar. Neben der Influenza sei weiterhin die „Bauchgrippe“ recht verbreitet – mit Fieber, Durchfall, Brechreiz und Inappetenz (fehlender Hunger). <h3> Kinderarzt Dr. Goller: Influenza-A bei den Kindern</h3>Erwischt hat es auch sehr viele Schüler Bereits vor Weihnachten blieben viele Sitzbänke in den Klassen leer. „Derzeit sind viele Kinder am Influenza-A-Virus erkrankt“, berichtet der Vahrner Kinderarzt Dr. Günther Goller. „Die Kinder leiden bis zu einer Woche an hohem Fieber, haben Kopf- und Halsschmerzen und sind sehr schlapp. Zudem tritt häufig ein fortschreitender Husten auf. Zwei meiner betreuten Kinder entwickelten im Rahmen der Grippe eine sekundäre bakterielle Lungenentzündung – eine Pneumonie. Die Grippe ist bereits Anfang Dezember und somit rund vier bis sechs Wochen früher aufgetreten als in den Jahren zuvor. Ich erwarte mir deshalb, dass der „Erkrankungsgipfel„ erreicht ist und die Anzahl der Erkrankten in den nächsten Wochen kontinuierlich abnimmt.“ In den von ihm durchgeführten Tests habe er insgesamt nur zwei positive Ergebnisse auf das Coronavirus gehabt. „SARS-CoV-2 spielt keine bedeutende Rolle mehr“, meint Dr. Goller.<h3> Ärzte überzeugt: Grippeimpfung zeigt Wirkung</h3>Von ganz vielen Grippefällen berichtet auch Dr. Astrid Marsoner, Hausärztin in Niederdorf. „Kurz vor Weihnachten ist die Kurve steil nach oben gegangen.“ Auffallend sei, dass sehr viele junge Leute erkrankt sind – junge Erwachsene um die 30 Jahre und Kinder. Hingegen habe es nur sehr wenige alte Menschen erwischt – „die Impfung wirkt offenbar sehr gut“, berichtet Dr. Marsoner. <BR /><BR />Auch die Primarin für Infektionskrankheiten, Dr. Elke Maria Erne, ist davon überzeugt, dass die Impfung gut wirkt – und wenn es doch zu einer Infektion komme, dann schütze sie vor einem schweren Verlauf. Einige Grippe-Patienten mussten in Folge einer Lungenentzündung auf der Intensivstation behandelt werden, berichtet Dr. Erne.