<BR />Die Frau war Teil einer achtköpfigen Reisegruppe aus Berlin, die derzeit in einer Ferienwohnung in Wolkenstein untergebracht ist. Die Gruppe wollte am Montag gemeinsam einen Ausflug unternehmen. Die 64-Jährige klagte jedoch über Unwohlsein und entschied sich, in die Unterkunft zurückzukehren und den Tag alleine zu verbringen.<BR /><BR />Zuvor wollte sie noch Brot einkaufen. In einer WhatsApp-Nachricht informierte sie die übrigen Reiseteilnehmer, dass sie dies erledigt habe. Danach brach der Kontakt zu ihr ab.<BR /><BR />Wie sich später herausstellte, machte sich die Frau am Montagnachmittag alleine zu einer Wanderung in Richtung Palota-Weg auf. Aufgrund des Tiefschnees dürfte sie vom Weg abgekommen und in unwegsames Gelände geraten sein.<BR /><BR />Offenbar wollte die Frau selbst einen Notruf absetzen, ging jedoch davon aus, ihr Mobiltelefon verloren zu haben oder es nicht bei sich zu tragen. Als sie am Abend nicht in die Unterkunft zurückkehrte, wurde Alarm ausgelöst. <h3> 105 Einsatzkräfte, 4 Suchhunde, 2 Drohnen</h3>In der Nacht lief eine groß angelegte Suchaktion an. Insgesamt 105 Einsatzkräfte, vier Suchhunde und zwei Drohnen standen im Einsatz. Beteiligt waren die Carabinieri, die Finanzpolizei, die Bergrettung Gröden sowie mehrere Freiwillige Feuerwehren, darunter jene aus Wolkenstein, St. Christina und St. Ulrich. Die Suche blieb zunächst ohne Ergebnis.<BR /><BR />In den frühen Morgenstunden brachte ein weiterer Versuch die entscheidende Wende: Der Ehemann der Vermissten konnte das Mobiltelefon der Frau orten. Das Signal wies auf ein Waldgebiet auf rund 1800 Meter hin. Auf dieser Grundlage gelang es den Einsatzkräften, gegen 9 Uhr zu der Frau vorzudringen.<h3> „Wie durch ein Wunder überlebt“</h3>Die 64-Jährige war stark unterkühlt, jedoch ansprechbar und nicht weiter verletzt. In der Nacht sanken die Temperaturen in Wolkenstein auf minus 11 Grad, im Waldgebiet lag zudem Tiefschnee. „Es grenzt an ein Wunder“, sagt Anton Mussner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wolkenstein, „Dass sie bei diesen eisigen Temperaturen die Nacht überlebt hat und noch dazu großteils unbeschadet ist – das ist keineswegs selbstverständlich.“<BR /><BR />Auch in den Morgenstunden waren noch rund 30 Einsatzkräfte im Einsatz. Das Weiße Kreuz übernahm die Erstversorgung. Die Frau wurde anschließend zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus Brixen gebracht.