Die Rangers der Naturparks haben ihre Tätigkeit seit dem 22. September auf das Grödner Joch verlegt. Dort halten sie – soweit möglich – jedes sechste Fahrzeug an, um die Lenker zu befragen. Nach einer Woche liegen bereits 1.500 ausgefüllte Fragebögen vor. Angeblich zeigen die bisherigen Auswertungen, dass der Anteil der Touristen an allen Fahrten übers Grödner Joch bei etwa 80 Prozent liegt. Sie wollen auf der Fahrt die grandiose Bergwelt der Dolomiten bestaunen.<BR /><BR />Das bedeutet auch, dass der Anteil der Provinzansässigen bei höchstens einem Fünftel liegt. Wie viele davon aus jenen Gemeinden stammen, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören, wird die endgültige Erhebung zeigen. Die Befragung wird um die Auswertung von Verkehrszählungen mittels Videokameras ergänzt. Auch die Daten mobiler Funknetzbetreiber werden ausgewertet, um ein präzises Bild zu bekommen.<BR /><BR />Was überrascht, sind die Aussagen der von den Rangern befragten Touristen. Angeblich erklärt gut ein Drittel, eine Sperre zu befürworten und das Grödner Joch gern auch per Bus oder Sessellift erreichen zu wollen. Ein weiteres Drittel steht eventuellen Maßnahmen gar nicht negativ gegenüber. Der Anteil der Urlaubsgäste, die sich entschieden gegen eine Verkehrsbeschränkung aussprechen, soll dem Vernehmen nach nur bei etwa zehn Prozent liegen.<BR /><BR />Am kommenden Montag endet die Befragung. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Daten übers Wochenende grundlegend verändern. Fest steht, dass man auf weit mehr als 1.500 Interviews kommen wird, dass der Durchzugsverkehr hauptsächlich von Touristen gemacht wird und dass sogar diese sich mehrheitlich für eine Verkehrsreduzierung aussprechen.<BR /><BR />Die entscheidende Frage ist, ob aufgrund der erhobenen Daten, das geplante Verkehrsmanagement tatsächlich gelingen kann. Die am Grödner Joch verfügbaren Parkplätze gegen Bezahlung sind beschränkt. Der übrige künftig in den Sommermonaten ausgesperrte Verkehr müsste demnach bereits in Corvara und Wolkenstein gestoppt werden, und die Ausflügler müssten auf Busse und Lifte ausweichen. Ob sich das numerisch ausgeht oder auf den Straßen und Parkplätzen in Gröden und im Gadertal Chaos droht, werden die Analysen zeigen.<BR /><BR />Jedenfalls scheint Bewegung in die Sache zu kommen, und man darf gespannt sein, welch genaue Bilanz Landesrat Daniel Alfreider am Ende der Auswertungen vorlegen wird und welche Schlüsse dann daraus gezogen werden.