Donnerstag, 23. April 2015

Gröning ging von Tod der Juden in Auschwitz aus

Dem im deutschen Auschwitz-Prozess angeklagten früheren SS-Mann Oskar Gröning war klar, dass wohl kaum ein Jude lebend aus dem Konzentrationslager herauskommen würde.

Oskar Gröning
Oskar Gröning - Foto: © APA/EPA

„Ich konnte mir das nicht vorstellen“, sagte der 93-Jährige am Donnerstag auf Fragen der Nebenklage, die Holocaust-Überlebende und deren Angehörige vertritt.

Erstmals in dem Prozess sollen am Donnerstag zwei Überlebende des Vernichtungslagers im besetzten Polen als Zeugen aussagen, die dort zahlreiche Familienmitglieder verloren.

Gröning wird Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen vorgeworfen. Zu Prozessbeginn am Dienstag hatte er sich zu seiner moralischen Mitschuld bekannt.

Er gestand, im KZ geholfen zu haben, Geld der Häftlinge einzusammeln und an die SS weiterzuleiten. Die Anklage wirft ihm vor, so dem NS-Regime wirtschaftliche Vorteile verschafft und das systematische Töten unterstützt zu haben.

Gröning hatte sich schon in der Vergangenheit zu seiner Rolle in Auschwitz öffentlich geäußert und war Holocaust-Leugnern entgegengetreten.

apa/dpa

stol