Sonntag, 22. März 2020

Großankauf von Schutzkleidung und Masken

Südtirol erwartet eine Großlieferung von Schutzmaterial aus China. Möglich gemacht wurde diese durch die logistische Unterstützung der österreichischen Regierung. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigt an, dass die sich abzeichnenden Engpässe bei Schutzkleidung und Schutzmasken behoben werden konnten.

Schutzkleidung soll ab kommender Woche genügend zur Verfügung stehen. Im Bild: Schutzmasken.
Badge Local
Schutzkleidung soll ab kommender Woche genügend zur Verfügung stehen. Im Bild: Schutzmasken. - Foto: © APA (Symbolbild) / GUENTER R. ARTINGER
„Über die Kontakte des Südtiroler Unternehmens Oberalp Group ist es uns gelungen, dass Südtirols Sanitätsbetrieb in China 1,5 Millionen Schutzmasken und 450.000 Schutzanzüge bestellen konnte“, erklärt Südtirols Landeshauptmann.

„Nachdem der Hersteller erklärt hatte, weitere Verfügbarkeiten zu haben, haben wir diesen Kontakt dem italienischen Zivilschutz vermittelt“, informiert Kompatscher. Dieser habe dann weitere 15 Millionen Schutzmasken bestellt.

„Die Schwierigkeit lag dann allerdings in der Logistik, diese Ware von China nach Südtirol zu bringen“, erklärt der Landeshauptmann.

Nachbarschaftshilfe aus Österreich

Damit die Lieferung des Schutzmaterials möglichst rasch erfolgen konnte, bat Landeshauptmann Kompatscher den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz um Nachbarschaftshilfe.

„Dieser war sofort bereit und hat über Verteidigungsministerin Claudia Tanner die Austria Airlines aktiviert. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Oberalp ist es schließlich gelungen, eine Luftbrücke herzustellen, so dass die erste Teillieferung der 1,5 Millionen Masken und die 450.000 Schutzanzüge bereits am Montag aus China hergeflogen und in Wien Schwechat landen werden“, kündigt Kompatscher an.

Weitere Teile der Lieferung würden dann in den kommenden Tagen erfolgen, der Rest des Südtirol-Auftrages, aber auch schon Teile der Lieferung von 15 Millionen Masken für den italienischen Zivilschutz. Der Rest soll am 31. März durch einen Flug des italienischen Heeres nach Italien gebracht werden.

Auch für andere italienische Regionen

„Südtirol hat entschieden, einen Teil der ersten Lieferung dem italienischen Zivilschutz abzutreten, so dass das Schutzmaterial auch an andere Regionen verteilt werden kann, die das Material dringend brauchen“, erklärt Landeshauptmann Kompatscher.

Wichtig sei in dieser angespannten Lage, dass jetzt alle das notwendige Material erhalten.

Diese Luftbrücke diene laut Kompatscher nun auch dazu, dass das Bundesland Tirol seine Lieferung erhalte. In der Zwischenzeit habe nämlich auch Tirol einen Auftrag in China erteilt.

„Nachdem Tirol einen Teil seiner Masken erst später erhalten wird, wird Südtirol inzwischen auch Tirol mit Masken aushelfen, die Südtirol inzwischen bereits erlangt“, sagt Südtirols Landeshauptmann.

„Das ist ein super Beispiel für die Zusammenarbeit in der Europaregion, insbesondere aber auch auf grenzüberschreitender Ebene“, betont Kompatscher. Südtirols Landeshauptmann hebt die großartige logistische Unterstützung durch die österreichische Bundesregierung, insbesondere durch Bundeskanzler Kurz, hervor.

Das Ganze diene letztendlich nicht nur Südtirol und Tirol, sondern auch den anderen italienischen Regionen. Gemeinsam schaue man nun, dass alle bestmöglich in die Lage versetzt werden, diese Engpässe, die es bei der Beschaffung von Schutzmaterial gibt, zu überwinden.

Mit den Folgelieferungen der nächsten Tage dürfte sich die Situation für alle entspannen.

lpa