Sonntag, 13. November 2016

Großbrand in Leverkusener Chemiepark

Auf dem Gelände eines Chemieparks im westdeutschen Leverkusen ist am Samstagabend ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei bei Umfüllarbeiten in einem Lagergebäude für chemische Stoffe ausgebrochen, teilte der Chempark über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand demnach nicht. Offenbar wurde niemand verletzt.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Die durch das Feuer freigesetzten Stoffe seien „toxikologisch unbedenklich“, erklärte der Chempark, der sich auf dem ehemaligen Gelände des Bayer-Konzerns direkt am Rhein befindet. Dies hätten Luftmessungen ergeben. Der in der Nachbarschaft wahrgenommene Geruch komme vor allem von der Rußbildung durch das Feuer.

Wie auf der Twitter-Seite des Chempark weiter zu lesen war, bekamen die Feuerwehren den Brand in der Nacht unter Kontrolle. Bis zur endgültigen Löschung dürften aber noch Stunden vergehen, hieß es in einer auf der Seite veröffentlichten Twitter-Mitteilung des WDR, der aus einer nächtlichen Pressekonferenz des Chempark berichtete.

"Siloxane Lösungsmittel" verbrannt

Eine Sprecherin der Stadt Leverkusen hatte am späten Abend gesagt, dass zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, ein Zug der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Werksfeuerwehr im Einsatz gegen die Flammen waren. Die Bevölkerung wurde nach dem Ausbruch des Feuers aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Rhein wurde gesperrt.

Nach Unternehmensangaben waren in dem Lager, in dem das Feuer ausbrach, Hexamethyl gelagert, das für die Reifenherstellung verwendet wird, sowie der Haushaltsreiniger Isopropanol und das Lösungsmittel Isobutanol. Bei dem Brand, der um 20.30 Uhr ausbrach, seien „siloxane Lösungsmittel“ verbrannt, hieß es.

Keine bedenklichen Stoffe bei erster Messung

Wegen der Rauchentwicklung gab der Katastrophenschutz am Abend für den Norden der Stadt Köln eine Warnung aus. Der Rauch ziehe über den Rhein-nahen Kölner Norden, teilte das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit. Fenster und Türen sollten „sofort“ geschlossen, Klima- und Lüftungsanlagen abgeschaltet werden.

Die Berufsfeuerwehr Köln, die mit sechs Messwagen in mehreren Stadtteilen unterwegs war, gab aber zunächst Entwarnung. Nach ersten Ergebnissen von 25 Messungen seien die schädlichen Stoffe Kohlenmonoxid, Blausäure und nitrose Gase nicht nachgewiesen worden. Die Messwagen würden aber die ganze Nacht über in den Stadtteilen unterwegs sein.

apa/afp/dpa

stol