Mittwoch, 30. Dezember 2020

Großbritannien lässt auch Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das Gesundheitsministerium in London am Mittwoch bekannt. Damit steht nach der Biontech/Pfizer-Vakzine in dem Land ein weiteres Präparat zum Impfen bereit.

Der Impfstoff von Astrazeneca kann in Großbritannien im Kampf gegen das Coronavirus nun eingesetzt werden.
Der Impfstoff von Astrazeneca kann in Großbritannien im Kampf gegen das Coronavirus nun eingesetzt werden. - Foto: © APA/afp / JOEL SAGET
Großbritannien ist damit das weltweit erste Land, das den Oxford-Impfstoff zugelassen hat. Die behördliche Bestätigung ist ein willkommener Schub für AstraZeneca und das Oxford-Team, denen mangelnde Klarheit über die Ergebnisse von Studien im Spätstadium vorgeworfen wurde. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält dagegen eine Zulassung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca in der Europäischen Union schon im Jänner für unwahrscheinlich.

„Wir sind von Anfang an von einer Zulassung im Februar 2021 ausgegangen“, sagte dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag gegenüber der APA. „Danach haben wir auch unsere Impfstrategie ausgerichtet. AstraZeneca kommt als Impfstoff spätestens ab dem 2. Quartal 2021 zum Einsatz“, so der Ressortchef.

In dieser Phase solle der Impfstoff wie angekündigt für die breite Bevölkerung in Österreich ausgerollt werden. Der stellvertretende EMA-Direktor Noel Wathion hatte zuvor am Dienstag erklärt, AstraZeneca habe „noch nicht einmal einen Antrag bei uns gestellt“.

Die ersten Impfungen damit in Großbritannien sollen bald nach Jahreswechsel beginnen, hieß es. Es sollen zwei Dosen im Abstand von vier bis 12 Wochen pro Person verabreicht werden. Das Unternehmen wolle im ersten Quartal 2021 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen, insgesamt gebe es einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 100 Millionen Dosen.

Angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen war das britische Gesundheitssystem an seine Grenzen gestoßen. STOL hat berichtet.

apa/dpa/reuters/stol