Donnerstag, 30. August 2018

Großbritannien schränkt Verkauf von Energydrinks ein

Der Verkauf von koffeinhaltigen Energydrinks an Kinder und Jugendliche soll am Donnerstag von der Regierung in Großbritannien verboten werden. Darunter fallen auch Getränke des österreichischen Herstellers Red Bull. Der Grund seien gesundheitliche Probleme wie Kopf- und Magenschmerzen, Hyperaktivität, Schlafprobleme sowie Übergewicht, berichtete die Tageszeitung „Guardian”.

Kinder und Jugendliche sollen keine Energydrinks mehr kaufen können. - Foto: APA (AFP)
Kinder und Jugendliche sollen keine Energydrinks mehr kaufen können. - Foto: APA (AFP)

In England ist der Konsum von Energydrinks unter Kindern und Jugendlichen sehr hoch. Laut Regierung trinken zwei Drittel der Zehn- bis 17-Jährigen die aufputschenden Säfte, bei den Sechs- bis Neunjährigen ist es ein Viertel. In Österreich ist es laut Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Drittel der Jugendlichen. Die Getränke haben einen höheren Zuckergehalt als Softdrinks, sind aber wesentlich billiger, kritisierte die britische Regierung.

Die Behörden in Großbritannien wollen deshalb laut Zeitung das Verbot am Donnerstag einführen. Die Altersbeschränkung soll bis 16 oder 18 Jahre gelten. Unterstützt wird das Verbot von Ärzten, Lehrern sowie dem bekannten britischen Koch Jamie Oliver, der sich seit Jahren für gesunde Ernährung von Kindern einsetzt.

Energydrinks auch in anderen Ländern in der Kritik

Immer wieder forderten Experten ein Verbot von Energydrinks für Kinder und Jugendliche. So wurde 2004 etwa in Frankreich der Verkauf von Red Bull verboten, erst vier Jahre später kam der österreichische Export dort wieder in die Geschäfte. Ab 1. Oktober werden in den Niederlanden in den Discountern Aldi und Lidl keine Energydrinks an Kinder verkauft.

Der Österreicher Dietrich Mateschitz hat Red Bull am 1. April 1987 auf den österreichischen Markt gebracht. Die Diskussion um die Gesundheitsschäden durch Energydrinks bedeutete für das österreichische Getränk keine Einbußen. Im Jahr 2016 erwirtschafte das Unternehmen mit 11.865 Mitarbeitern in 171 Ländern laut eigenen Angaben einen Umsatz von 6,03 Milliarden Euro.

apa

stol