Montag, 24. Mai 2021

Lago Maggiore: Große Trauer nach tragischem Seilbahnunglück

Nach dem tragischen Seilbahnunglück am Sonntag im Piemont unweit des Lago Maggiore, bei welchem 14 Menschen ihr Leben verloren haben, ist die Anteilnahme unter der Bevölkerung groß. Am Sonntagabend ist auch einer der 2 überlebenden Jungen seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Indes haben die Ermittlungen zum Unfallhergang begonnen.

14 Menschen haben bei einem tragischen Seilbahnunglück in der Nähe des Lago Maggiore ihr Leben verloren.
14 Menschen haben bei einem tragischen Seilbahnunglück in der Nähe des Lago Maggiore ihr Leben verloren. - Foto: © Vigili del Fuoco
Nach dem tödlichen Absturz einer Seilbahn in der Nähe des Lago Maggiore geht die Suche nach der Unglücksursache weiter. Die Staatsanwaltschaft der Gemeinde Verbania in der Region Piemont übernimmt die Ermittlungen. Neben dem Kabelriss muss die Staatsanwaltschaft auch prüfen, warum die Notbremse der abgestürzten Seilbahn-Kabine nicht funktioniert hat.

Die Gondel war am Sonntag beim Ort Stresa westlich des Lago Maggiore aus zunächst ungeklärter Ursache in die Tiefe gestürzt.


Wie italienische Medien berichten, seien 5 Familien vom Unglück getroffen worden: 3 aus der Lombardei, eine aus der Emilia-Romagna und eine aus Kalabrien.

Eine Familie, mit Wohnsitz in Pavia, ist israelischer Herkunft. Ihr Sohn ist der einzige Überlebende. Unter den Opfern befindet sich auch ein 23-jähriger junger Mann, der im Iran geboren, aber in Kalabrien lebte.

9-jähriges Kind erliegt seinen Verletzungen
– insgesamt 14 Tote

13 Menschen hatten bereits am Unglücksort ihr Leben verloren, wie die Bergretter mitteilten. 2 schwerverletzte Kinder waren nach dem Unfall noch per Hubschrauber in eine Klinik in Turin geflogen worden, wo eines von ihnen aber noch am Abend starb und sich so die Zahl der Toten auf 14 erhöhte.

Das zweite Kind – ein 5-jähriger Junge, der schwere Frakturen an den Beinen erlitten hatte – wurde am Abend operiert und stabilisiert, berichtete die Agentur Adnkronos.

Stahlseil habe sich gelöst

Die Seilbahn war zwischen dem Ort Stresa am Westufer des bei Touristen beliebten Sees und dem Monte Montarrone unterwegs als sie plötzlich abstürzte. Ein Ermittler der Carabinieri sagte laut Nachrichtenagenturen, ein Stahlseil habe sich gelöst.



Der 1491 Meter hohe Monte Montarrone ist für seine Aussicht auf die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore und sein Berg-Panorama bekannt. Im Winter ist das Gebiet Ziel vieler Skifahrer. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern.

Große Anteilnahme, auch von Staats- und EU-Spitze


Von einem Moment der Trauer, des Schmerzes spricht die Bürgermeisterin der Gemeinde Stresa, Marcella Severino. Ein Tag, welcher der Erholung dienen sollte, habe sich in einen schrecklichen Moment für die gesamte Gemeinschaft und ganz Italien entwickelt. Der Anblick des Unglücksortes sei sehr erschütternd gewesen.

„Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa- Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er spreche den Familien der Opfer sein Beileid aus. Staatspräsident Sergio Mattarella sprach von einem „tiefen Schmerz“, den das Unglück ausgelöst habe. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere Minister aus dem Kabinett Draghi zeigten sich in den sozialen Medien bestürzt über das Unglück.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach den Familien der Opfer im Netz „Europas tiefes Mitgefühl“ aus. EU-Ratspräsident Charles Michel und der EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

Auch in Südtirol ist die Anteilnahme groß. So spricht etwa der Landesfeuerwehrverband sein tief empfundenes Mitgefühl aus.

🌹 Il nostro pensiero e le nostre condoglianze vanno alle vittime del disastro della funivia Stresa-Mottarone, ai loro...

Posted by Landesfeuerwehrverband Südtirol on Sunday, May 23, 2021


Präsident der Region Piemont fordert Aufklärung

Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, forderte bei „Rainews 24“ die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb für Ausflügler aufnehmen.

Das hatte die Regierung kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristen-Saison soll ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Außengastronomie geöffnet.

Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore zieht viele Urlauber an. Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen an dem See. „In 20 Minuten vom See zum Berg“, damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs.

dpa/ansa/stol