Montag, 02. Juli 2018

Großfahndung nach Häftlings-Flucht in Frankreich

Nach der spektakulären Helikopter-Flucht aus einem französischen Gefängnis fahndet die Polizei weiter mit einem Großaufgebot nach dem Häftling. Laut dem Sprecher des Innenministeriums beteiligten sich am Montag ähnlich viele Polizisten wie am Vortag, als rund 2900 Beamte im Einsatz waren.

Redoine Faid floh bereits zum zweiten Mal aus dem Gefängnis.
Redoine Faid floh bereits zum zweiten Mal aus dem Gefängnis. - Foto: © APA/AFP

„Die Ordnungskräfte sind vollständig mobilisiert, um zu versuchen, diese Person wiederzufinden“, sagte Premierminister Édouard Philippe dem Radiosender RTL.

Inspektion der Sicherheitsvorkehrungen im Gefängnis

Justizministerin Nicole Belloubet ordnete eine Inspektion an, um mögliche Fehler bei den Sicherheitsvorkehrungen in dem Gefängnis von Réau südöstlich von Paris zu klären. Der 46 Jahre alte verurteilte Räuber war am Sonntag geflohen. Bewaffnete Komplizen waren mit einem Hubschrauber in einem Hof der Einrichtung gelandet, als er sich gerade im Besuchszimmer aufhielt. Die Flucht dauerte nach Angaben der Behörden nur wenige Minuten, es wurde niemand verletzt.

Drohnen über dem Gefängnis

Justizministerin Belloubet sagte im Sender Europe 1, dass vor einigen Monaten Drohnen über dem Gefängnis gesehen worden seien. „Wir denken daher, dass es vielleicht eine Verbindung zwischen diesen Drohnen (...) und dieser Flucht gibt“, sagte sie. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte eine Untersuchung eingeleitet.

Bereits 2013 ausgebrochen

Der 46-Jährige war laut Medienberichten im April von einem Berufungsgericht wegen eines Raubüberfalls, bei dem eine Polizistin ums Leben kam, zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Bereits im Jahr 2013 hatte er mit einem Gefängnisausbruch von sich reden gemacht. Damals hatte er vier Wärter als Geiseln genommen.

dpa 

stol