Mittwoch, 18. Oktober 2017

Großrazzia gegen verbotene Hells-Angels-Gruppen in Deutschland

Mehr als 700 Polizisten waren am Mittwoch in 16 Städten im Einsatz und haben Motorräder, Waffen und Bargeld beschlagnahmt.

Dieses Motorrad eines Hells Angels wurde am Mittwoch in Erkrath (Nordrhein-Westfalen) sichergestellt. Über 700 Polizisten haben in westfälischen Städten Wohnungen und Geschäfte der Hells Angels durchsucht.
Dieses Motorrad eines Hells Angels wurde am Mittwoch in Erkrath (Nordrhein-Westfalen) sichergestellt. Über 700 Polizisten haben in westfälischen Städten Wohnungen und Geschäfte der Hells Angels durchsucht. - Foto: © APA/DPA

Mit einer Großrazzia haben Hunderte Polizisten im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) am Mittwoch das Verbot von zwei Rockergruppen der Hells Angels durchgesetzt. 55 Objekte in 16 Städten wurden durchsucht. Dabei wurden elf Motorräder, 45 „Kutten“, 13 Messer, mehrere Schusswaffen, eine Armbrust und mehr als 88.000 Euro Bargeld sichergestellt worden.

Festnahmen gab es den Angaben zufolge nicht. Insgesamt 700 Polizeibeamte waren im Einsatz. Wegen der vermuteten Gefährlichkeit einiger Rocker setzte die Polizei auch Spezialeinsatzkommandos ein.

Das Verbot betreffe die Hells-Angels-Gruppe MC Concrete City in Erkrath bei Düsseldorf und deren Teilorganisation Clan 81 Germany. „Es geht um Gewalt, Drogen, Waffen und Zwangsprostitution“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf. „Dieser Club ist auffällig geworden.“ Die betroffenen Mitglieder des Rockerclubs seien nachweislich kriminell. Bei einer Massenschlägerei unter Beteiligung der Hells Angels seien in Erkrath unlängst auch Polizisten verletzt worden.

Wie in der Vergangenheit auch würden Rockergruppen verboten, sobald die Voraussetzungen vorliegen, sagte der Minister. „Es geht nicht um Motorradfahrer-Romantik. Es handelt sich um kriminelle Organisationen.“

Ein Rechtsanwalt der Hells Angels kritisierte die Maßnahmen. Die Polizei habe über das Ziel hinausgeschossen, sagte der Jurist Wolf Bonn. „Da sind Dinge beschlagnahmt worden, die nicht vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf umfasst sind.“ Der Gerichtsbeschluss erlaube zwar die Beschlagnahme von gewissen Beweismitteln, die Polizei habe aber auch Privateigentum wie etwa Motorräder, Uhren, Bargeld und sogar eine Bachelorarbeit mitgenommen. „Wir prüfen rechtliche Schritte gegen das Vereinsverbot.“

Reul widersprach: Bei den Motorrädern handle es sich um Vereinsvermögen. „Wenn die Damen und Herren aus diesem Club der Meinung sind, das wäre falsch, gibt es die Möglichkeit, das zu beweisen. Die sind jetzt bei uns und stehen sicher verwahrt.“ Zweck und Tätigkeit der verbotenen Rockerclubs und seiner Mitglieder verstießen gegen Strafgesetze, hieß es zur Begründung.

apa/dpa

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stol