Laut Ispra verzeichnete Italien im Jahr 2025 einen Rückgang von 7 % bei den Wasserreserven. Gleichzeitig wächst die Bodenversiegelung: +15 % seit 2023. „Was das eine mit dem anderen zu tun hat, sollten wir mittlerweile wissen. Mehr Bodenversiegelung heißt mehr wärmende Flächen, heißt weniger Wasser. Eine sehr einfache Gleichung,“ so Mussner, <h3> Wirtschaftliche Folgen des Wassermangels</h3>Und wenn man die Wasserkrise aus ökologischer Sicht nicht so ernst nehmen möchte, dann sollte man es bitte aus ökonomischer Sicht tun. Experten schätzen, dass der Wassermangel in den nächsten Jahren einen Rückgang der Produktivität zwischen 5 und 7 % verursachen wird. Dieser Sommer hat gezeigt, wie schnell das gehen kann. Der Rhein, der als Handelsroute nicht mehr befahrbar ist, lässt die Transport- und Frachtkosten enorm steigen. <BR /><BR />In Rumänien musste das einzige Atomkraftwerk wegen Wassermangels abgeschaltet werden, mit einem Ausfall von 20 % des Strombedarfs. Die italienische Landwirtschaft hat in den letzten zehn Jahren aufgrund des Wassermangels ein Minus von 7,8 % an Produktivität erlitten. Experten schätzen, dass ohne Wasser 20 % des italienischen BIPs verloren gehen werden.<h3> Und in Südtirol?</h3>„Die Alpen leiden besonders unter der Klimakrise. Der Schneefall geht zurück, um die 20 bis 30 Tage weniger Schneefall im Jahr seit 2000. Übersetzt heißt das: Wir verlieren durch den Schneemangel rund 70 % der Wasserproduktion. Die Dramatik dieser Daten muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen!“, sagt Elide Mussner, Mitglied des Landesvorstandes der Verdi Grüne Vërc und Gemeinderätin in Abtei.<BR /><BR />Große Teile des Südtiroler Tourismus hängen von der Skimonokultur ab, einer Branche, die schon lange ausschließlich auf künstlich produziertem Schnee aufgebaut ist. Wasser ist hier das wichtigste Element. Auf der anderen Seite haben wir die landwirtschaftliche Monokultur, die nur durch Unmengen an Wasser erhalten werden kann. Fehlt das Wasser, wird nicht beschneit und auch nicht geerntet.<BR /><BR />Dass die Landesregierung Maßnahmen gegen den Wassermangel erlassen hat, ist begrüßenswert, sie wirken jedoch niedlich angesichts der Tragik der Daten. Ein bisschen weniger duschen, ein bisschen weniger den Garten bewässern.<BR /><BR /> „Es fehlt uns an Wasserkultur! Wir sind verwöhnt. Das Wasser floss bei uns stets in Hülle und Fülle, man hat sich nie große Gedanken darüber gemacht. Heute brauchen wir dringend eine Exit-Strategie aus den wasserfressenden Wirtschaftsformen, die durch Innovationsprozesse in eine resiliente, nachhaltige Wirtschaft umgebaut werden müssen. Es reicht nicht, wenn wir jetzt ein wenig Wasser einsparen, um dann im gleichen Modus operandi weiterzumachen. Und da ist die Politik gefragt, konkrete Strategien und Forderungen zu erarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen jetzt dringend an eine klimafreundliche Südtiroler Wirtschaft der Zukunft arbeiten“, appelliert Mussner.