Woher unsere Lebensmittel stammen, das interessiert immer mehr Menschen. Bewusster Fleischkonsum, Vegetarismus und vegane Ernährung sind zwar auf dem Vormarsch, trotzdem wird in Südtirol immer noch sehr viel Fleisch konsumiert und vor allem verarbeitet.<BR /><BR />„Problematisch ist das vor allem aus mehreren Gründen. Der Fleischkonsum ist einer der großen Treiber für die Erderwärmung, in der Größenordnung der weltweiten Mobilität. Die Umweltbelastung durch Ausscheidungen, Gase, Futtermittelproduktion und ähnliches ist enorm. Und das Tierleid, das Massentierhaltung und Transporte quer über den Globus mit sich bringen, ist so groß, dass wir davor gern die Augen verschließen. Auch wir in Südtirol“, erklärt die Grüne Fraktion in einer Aussendung.<BR /><BR />„Wir brauchen daher Daten, um eine offene und sachliche Debatte in Südtirol führen zu können“, so die Grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa. „Denn nur allzu gern denken wir daran, dass wir eine glückliche Insel sind und dass das Fleisch, das in Südtirol gegessen wird, auch aus Südtirol stammt. Das ist leider eine völlig falsche Vorstellung.“<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/toeennies-und-der-suedtiroler-speck-engpass-nicht-ausgeschlossen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Dass Südtiroler Speck großteils von Fleischimporten aus dem Ausland abhängig ist, zeigte sich auch während der Corona-Pandemie, als im Juni 2020 nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischhersteller Tönnies in Deutschland mit Lieferengpässen gerechnet wurde – auch in Südtirol.</a><BR /><BR />Hierzu liefern die Grünen ein paar Zahlen am Beispiel Schweinefleisch (siehe Landtagsanfragen der Grünen Fraktion 17-10-21 sowie 18-10-21) aus dem Referenzjahr 2019:<BR /><BR />In Südtirol lebende Schweine: 9267<BR />In Südtirol geschlachtete Schweine: 6740<BR />Das entspricht: 674.000 kg (674 Tonnen) verwertbarem Schweinefleisch<BR /><BR />Die Importzahlen aber zeichnen ein anderes Bild.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="698795_image" /></div> <BR />Aus dem Ausland werden 72.295.987 Kilogramm (2019) verwertbares Schweinefleisch importiert. Das bedeutet, dass jährlich 723.000 Schweine (tot) nach Südtirol kommen. Das ist de facto 1,5 Schwein pro Einwohner Südtirols. Die Schweine werden hier verarbeitet (etwa zu 7,5 Millionen Hammen Speck). <BR /><BR />„Es heißt auch, dass 99 Prozent des Schweinefleisches, das in Südtirol gegessen und verarbeitet wird, aus dem Ausland kommen. Der Import aus den anderen italienischen Regionen ist nicht erfassbar, müsste aber zu dieser Zahl noch dazugerechnet werden. Von einheimischem Schweinefleisch kann in Südtirol wirklich kaum geredet werden. Das sollte man einfach wissen, wenn man von Regionalität spricht“, so die Grüne Fraktion.<BR /><BR />„Wir müssen ehrlich sein. Hinter dem schönen Bild der freilaufenden Schweine, das wir im Lande sehen, verbirgt sich eine andere Wahrheit, nämlich Hunderttausende Tiere, die in Massenbetrieben in Deutschland oder den Niederlanden wie Industrieware gehalten und in oft qualvollen Transporten zur Schlachtung gebracht werden. Südtirol ist Teil von diesem Mechanismus“, unterstreicht die Grüne Fraktion abschließend. <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/toeennies-und-der-suedtiroler-speck-engpass-nicht-ausgeschlossen" target="_blank" class="external-link-new-window" title=""></a><BR />