Sonntag, 16. Juni 2019

„Grüne Flagge“ für Meran, schwarz für Südtirol

Lob und Tadel von Legambiente: Am Samstag wurden in Valdieri bei Cuneo (Piemont) die „Grünen Flaggen“ für die umweltfreundlichsten italienischen Gebirgsregionen vergeben – etwa auch an Meran. Dennoch gibt es harsche Kritik an Südtirol.

Die Kurstadt Meran darf sich über die „Grüne Flagge“ freuen.
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Die Kurstadt Meran darf sich über die „Grüne Flagge“ freuen. - Foto: © shutterstock

Jeder aufmerksame heimische Meeresurlauber kennt die „Blauen Flaggen“. Diese alljährlich von der Umweltorganisation Legambiente vergebenen Wimpel hängen an den besten Stränden.

Das alpine Pendant dazu sind die „Grünen Flaggen“, die am Samstag in Valdieri bei Cuneo (Piemont) verliehen wurden. Diesmal ging diese imagefördernde Auszeichnung an 17 Urlaubsdestinationen, zwei mehr als 2018. Erfolgreichste Region war das Piemont mit fünf „Grünen Flaggen“ vor dem Veneto mit vier „Grünen Flaggen“. An die Region Trentino-Südtirol hingegen gingen nur zwei „Grüne Flaggen“ – davon eine an Meran.

Jubel in Meran

So dürfen Bürgermeister Paul Rösch und seine Stadtratskollegen demnächst die begehrten grünen Fähnchen aufhängen, weil die Legambiente-Vertreter vor allem die Biodiversität und ökologischen Maßnahmen in der Passerstadt als vorbildlich begutachteten.

Und das ist durchaus kurios vor dem Hintergrund des jüngsten Baumsturzes an der Winterpromenade, bei dem eine Mutter und ihr Kleinkind schwer verletzt wurden: Insbesondere die Grünflächenpolitik und die Baumpflege werden in der Jury-Bewertung lobend erwähnt.

Kritik an Südtirol

„Schwarz“ hingegen sehen die italienischen Umweltaktivisten, wenn sie die heimischen Obst-Monokulturen sehen. Vor allem der Einsatz von Glyphosat und anderer Pestiziden wird in dem gestern auch online veröffentlichten Report kritisiert. Insbesondere die Gesetzgebung des Landes Südtirol wird darin auf das Schärfste verurteilt.

Diese autorisiere „den Einsatz von potenziell umweltgefährdenden Pestiziden in sensiblen Zonen bzw. dort wo Trinkwasser sei.“

Die Konsequenz ist eine „Schwarze Flagge“ für das Land Südtirol. Doch dass diese demnächst über den Dächern des zuständigen Landeshauses weht, bleibt wohl zu bezweifeln. Zumal noch weiteres Ungemach von der Umweltfront droht, denn: Es ist gut möglich, dass demnächst auch der Kronplatz dieses negative Ehrenzeichen bekommt.

Am Samstag verlautbarte Legambiente große Zweifel an der Sinnhaftigkeit des für August geplanten Jovanotti-Konzerts. Man werde das sehr genau beobachten, so die langjährige Präsidentin Vanda Bonardo.

Z/jov

stol